WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Bundestagswahl FDP macht Merkel zur Kanzlerin von Schwarz-Gelb

Seite 2/2

Merkel: "Wir haben was Tolles geschafft"

Merkel zeigte sich erfreut über die schwarz-gelbe Mehrheit im Bund: „Wir haben etwas Tolles geschafft. Wir haben es geschafft, unser Wahlziel zu erreichen, eine stabile Mehrheit in Deutschland zu schaffen in einer neuen Regierung.“ Sie werde schon an diesem Montag mit Westerwelle über einen Zeitplan für die Koalitionsverhandlungen sprechen. Auf die Unions-Verluste ging Merkel nicht ein.

Westerwelle wertete das FDP-Abschneiden als „herausragend“. Dieses bedeute aber auch Verantwortung. „Wir wollen jetzt Deutschland mitregieren.“ Notwendig seien eine faires Steuersystem, bessere Bildungschancen und die Respektierung der Bürgerrechte. Kanzlerkandidat Steinmeier, der in der SPD-Zentrale trotz des Debakels frenetisch gefeiert wurde, kündigte an, Fraktionschef im Bundestag und damit Oppositionsführer zu werden. „Das Ergebnis ist ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie.“

Steinmeier sagt harte Opposition voraus

Steinmeier sagte der neuen Regierung eine harte Opposition voraus: „Die haben jetzt zu beweisen, dass sie es können.“ SPD-Chef Franz Müntefering bekräftigte seine Aussage, dass er sich beim Parteitag im November zur Wiederwahl stellen werde. Nach dpa-Informationen drängten führende Sozialdemokraten aller Flügel heute Abend intern aber auf einen personellen Neuanfang.

CSU-Chef Horst Seehofer sagte in München: „Unser Abschneiden der CSU in Bayern ist nicht zufriedenstellend.“ Das Ergebnis sei „insgesamt enttäuschend“. Insgesamt waren am Sonntag 62,2 Millionen Bundesbürger zur Wahl aufgerufen.

Für die 598 Sitze im Bundestag, die durch Überhangmandate zunehmen können, bewarben sich 3556 Kandidaten. Zugelassen waren 27 Parteien. Angesichts von 20 bis 30 Prozent unentschlossenen Wählern hatten die Parteien bis zuletzt um ihre Gunst gebuhlt.

Erschwertes Regieren wegen Zusammensetzung des Bundesrats?

Das Regieren könnte für Schwarz-Gelb erschwert werden, weil Union und FDP im Bundesrat derzeit keine Mehrheit haben. Dazu muss es auch in Schleswig-Holstein zu einer Koalition aus CDU und FDP kommen. Dann hätte Schwarz-Gelb mit den vier Stimmen aus dem Norden 37 Stimmen in der Länderkammer - die absolute Mehrheit liegt bei 35. Dem Sonntag war ein spannungsarmer Wahlkampf vorausgegangen.

Die SPD warf der Union vor, einer inhaltlichen Auseinandersetzung auszuweichen. Merkel stellte die Frage, wie Deutschland erfolgreich aus der scharfen Wirtschaftskrise kommt, in den Mittelpunkt ihrer Kampagne. Die SPD stellte in einem von der Union als „unseriös“ verworfenen „Deutschlandplan“ bis zu vier Millionen neue Jobs in den nächsten vier Jahren in Aussicht.

Die Grünen versprachen eine Million neue Jobs in Branchen wie erneuerbaren Energien oder Bildung. Weitere Wahlkampfthemen waren die Atompolitik, der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan und die Steuerpolitik. Vor allem CSU und FDP pochten auf schnelle Entlastungen für Unternehmen und Bürger.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%