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Bundestagswahl Grimmige Stimmung in den SPD-Werbespots

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Kein Humor

Mit diesen Prominenten schmücken sich die Parteien
Eine lange Liste prominenter Unterstützer kann die CDU auf sich vereinen. Für Designer Wolfgang Joop repräsentiert Angela Merkel "als Mensch und Kanzlerin ein Deutschland, in dem man gern zuhause ist." Quelle: dpa
Auch Schauspielerin Uschi Glas wirbt für Angela Merkel: Sie stehe für "Bescheidenheit statt Protzigkeit, Besonnenheit statt Hyperaktivität, Bestimmtheit statt Windfahnenpolitik." Quelle: dpa
Schauspieler Sascha Hehn (links) unterstützt Angela Merkel, "weil sich Deutschland in der heutigen Zeit nur die Beste an der Spitze des Staates leisten kann!" Quelle: dpa/dpaweb
Und Kickboxerin Christine Theiss (Mitte) mag an Angela Merkel ihren "unaufgeregten Regierungsstil, sie hält sich aus Hahnenkämpfen heraus. Sie vertritt Deutschland aber hart in der Sache und sehr zielsicher." Quelle: REUTERS
Der Schauspieler Heiner Lauterbach macht es kurz und schmerzlos. Er sagt: "Ich stimme für Angela Merkel, weil ich Ihr vertraue." Aber nicht nur die CDU hat prominente Fans und Unterstützer... Quelle: dpa
Sowohl der Schauspieler Leonard Lansink (links) als auch der Comedian Ingo Appelt unterstützen die SPD. Appelt ist nicht nur bei Wahlkampfveranstaltung im Wahlkreis von SPD-Parteichef Sigmar Gabriel aufgetreten, er besuchte auch eine SPD-Vorstandsklausur, um die Partei zu unterstützen. Quelle: dpa
Die Sängerin Nena wird wie auch Sänger Roland Kaiser Mitte August beim "Deutschlandfest" der SPD in Berlin auftreten – und sich dabei vermutlich auch auf einer Bühne mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zeigen. Roland Kaiser jedenfalls hat sich bereits öffentlich zu Steinbrück bekannt. Quelle: dpa

Der Kanzlerkandidat wiederum steht hinter demselben Pult, allerdings offiziös im Berliner Willy-Brandt-Haus, makellos gepudert und mit akkurater Krawatte, und sagt, dass er Bundeskanzler werden will. "Weil in Deutschland etwas aus dem Lot geraten" sei. "Weil es in unserem Land wieder gerecht zugehen muss."

Nimmt man den Maßstab der vergangenen SPD-Kandidaten ist das tatsächlich eine Personalisierung nahe null. Frank-Walter Steinmeier ließ sich 2009 als engagierten Polit-Macher darstellen, Gerhard Schröder 2005 aus der Position des Amtsinhabers als kerniger Kanzler der Kontinuität. 1998 gab Schröder dafür mit üppig Pathos den nachdenklichen Staatenlenker - bereit fürs wichtigste Amt im Staat.

Themen des SPD-Wahlprogramms

Steinbrücks Präsenz hingegen ist minimal, und sie wirkt zudem merkwürdig aseptisch gegenüber den Lebenswirklichkeiten, die der SPD noch wenige Sekunden zuvor zeigt. Das mag nicht inszeniert sein, aber es wirkt dennoch fern. Zudem: Man kann das natürlich sofort als absichtliches Verstecken des unglücklichen Kandidaten interpretieren. Oder wie Andrea Nahles vom „Themenwahlkampf“ und „Mobilisierung“ reden, von den "unzensierten Menschen" in der Hauptrolle. Vielleicht entspricht es tatsächlich einfach nur dem Wunsch des Kandidaten, nicht mehr Faxen und Anbiederung machen zu müssen als unbedingt nötig. Sympathisch, fürwahr, es dürfte nur nicht reichen.

Deutschland



Vielleicht hätten der SPD ein paar Blicke ins Archiv geholfen, um dem schleppenden Wahlkampf zu etwas Witz und charmante Aggressivität zu verhelfen. Schon 2005 griff ein Spot die Positionslosigkeit der Herausforderin Angela Merkel an. Eine simple, aber treffende Attacke, die 2013 nach den zahlreichen inhaltlichen Kehrtwenden als Kanzlerin (Energiewende, Wehrpflicht, Mindestlohn, Euro-Rettung,  Frauenquote) erst recht wirken könnte.

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