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Bundestagswahl Lobbyisten setzen bei Wirtschaft auf FDP

Lobbyisten haben der Union in Sachen Wirtschaftskompetenz das Vertrauen entzogen und sehen es nun vor allem bei den Liberalen. Quelle: imago images

Die Liberalen laufen der Union den Rang ab, Grüne punkten beim Kernthema Klima auch in der Wirtschaft. Public-Affairs-Manager wünschen sich laut einer Umfrage mehrheitlich Schwarz-Grün oder eine Jamaika-Koalition.

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Die Public-Affairs-Manager in den deutschen Unternehmen und Verbänden setzen in wirtschaftspolitischen Fragen offenbar stärker auf die FDP als auf die Union. Während die CDU in den vergangenen Jahren durchgehend als die kompetenteste Partei in Wirtschaftsfragen gesehen wurde, hat im Jahr der Bundestagswahl die FDP die Deutungshoheit übernommen. Nach einer repräsentativen Umfrage der Beratungsfirma MSL unter den hauptberuflichen Interessenvertretern fällt die CDU überraschend deutlich von 57 auf 32 Prozent zurück, während die FDP auf 42 Prozent (2020: 21%) wächst und die CDU damit klar überholt. Die Sozialdemokraten können trotz der wachsenden Zustimmung für SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz im Bereich Ökonomie gerade einmal vier Prozent Zustimmung verbuchen. Damit landet die SPD noch hinter den Grünen, die mit lediglich sechs Prozent Wirtschaftskompetenz aufwarten können.

Dafür wird der Öko-Partei mit 68 Prozent der größte Sachverstand in Klimafragen zugesprochen. Gefolgt von CDU (15%) und FDP (11%) haben die Grünen hier aus Sicht der Public-Affairs-Verantwortlichen ein klares Alleinstellungsmerkmal.

Auch in der Bewertung der Oppositionsarbeit hat die FDP mit 81 Prozent gut-sehr gute Bewertungen erhalten. Die Grünen liegen mit 77 Prozent Zustimmung beinahe gleich auf. Allerdings hat sich bei den Liberalen ein deutlicher Sprung zu 2020 gezeigt.

Schlechte Noten für Bildung, Digitales und Infrastruktur
Die Große Koalition erhält von den Lobbyisten wie bereits 2020 eine insgesamt positive Bewertung. Insbesondere in den Bereichen Innere Sicherheit, Arbeit und Soziales, Außenpolitik, Gesundheit und der Pandemie-Bekämpfung schneidet die Bundesregierung überwiegend gut ab. Schlechte Noten gibt es hingegen bei Bildung, Innovation, Energie, Umwelt- und Klimaschutz sowie Digitalpolitik und Verkehr und Infrastruktur.

Lobbyisten wünschen sich Schwarz-Grün
Für die Bundestagswahl im September rechnen 53 Prozent der Public-Affairs-Manager mit einer Schwarz-Grünen Regierung. Nach ihrer Wunschkonstellation befragt, sprechen sich zwar mehrheitlich, jedoch auch nur 28 Prozent für Schwarz-Grün aus. Daneben wünscht sich ein Viertel der Befragten auch eine Schwarz-Gelbe Koalition. Liberale Regierungsbeteiligung in Form einer Jamaica-Koalition wird mit 36 Prozent erwartet. Eine erneute Große Koalition wird mit zwei Prozent weder gewünscht noch erwartet.



Sehr gutes Zeugnis für Merkel
Die Public-Affairs-Verantwortlichen haben Angela Merkel in Rückblick auf ihre 16-jährige Regierungszeit ein sehr gutes Zeugnis gegeben. Mit 7,5 von möglichen 10 Punkten verlässt Angela Merkel das Amt mit klarer positiver Würdigung ihrer Leistungen.

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Zustimmung für Lobbyregistergesetz
Überraschend ist, dass knapp 80 Prozent der befragten Interessenvertreter das in diesem Jahr verabschiedete Lobbyregistergesetz begrüßen. Ob sich durch das Gesetz die Transparenz erhöht oder bei der Prävention von Korruption hilft, bleibt strittig. Überwiegend einig sind sich die Befragten allerdings dabei, dass das Gesetz ihre Arbeit nicht nachhaltig verändern wird.

Mehr zum Thema: Dass Armin Laschet Kanzler wird, ist für Christian Lindner nicht mehr sicher. Kommt also die Ampel? Ein Gespräch mit dem FDP-Chef über Lurche, Lastenräder und einen liberalen Chinakurs.

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