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BundeswehrFührt die Wehrpflicht wieder ein!

2011 wurde sie ausgesetzt. Höchste Zeit, dies zurückzudrehen. Die Bundeswehr, unser demokratisches Gemeinwesen und jeder Einzelne würden profitieren.KOMMENTAR von Hauke Reimer 07.08.2018 - 12:01 Uhr
Foto: imago images

Trump hat klar gesagt: Deutschland kann sich nicht mehr nur auf die USA stützen. Putin auf der Krim, Krieg in der Ostukraine, eine nicht abwegige Bedrohung der baltischen Staaten, von Nordkorea ganz zu schweigen - Gewalt ist Mittel der Politik, auch in Europa, wo vor sieben Jahren die Friedensdividende sicher, eine Armee nur noch für Auslandseinsätze notwendig schien. Selbst Schwedens linke Regierung hat im Juli 2017 die Wehrpflicht wieder aktiviert. Die Politik reagiert, will die Bundeswehr stärker auf Abschreckung und Verteidigung des Nato-Gebiets ausrichten. Aber mit wem?

Glaubwürdig abschrecken kann nur, wer Soldaten hat, die kämpfen können, komplexe Waffensysteme bedienen, sich an neue Aufgaben wie Cyberabwehr heranwagen. Die Bundeswehr aber hat ein Personalproblem. Sie bekommt ihren potenziellen Nachwuchs nicht mehr aus der Bevölkerung zugeteilt, sondern muss ihn anwerben. Der boomende Arbeitsmarkt macht das nicht leichter.

Allgemeine Wehrpflicht ist, wiewohl historisch oft missbraucht, eine zutiefst demokratische Errungenschaft, für die progressive Kräfte gekämpft haben. Letztlich bedeutet sie, dass die Gesellschaft insgesamt, so friedfertig sie auch sein mag, sich für die Verteidigung ihrer Werte verantwortlich fühlt. Das kann niemand outsourcen.

Debatte um Wehrpflicht

„Ein Zwangsdienst bringt nichts“

von Ferdinand Knauß

Eine Armee lässt sich einfacher kontrollieren, wenn sie gesellschaftlichem Austausch unterworfen ist, wenn mehr Familien mit ihr in Kontakt kommen. Missstände bei Führung und der Ausrüstung würden schneller öffentlich. Gleichzeitig würde die Sinnhaftigkeit so mancher vermeintlich harmlosen Mission hinterfragt. Politiker werden vorsichtiger, wenn ihre Kinder und die vieler Wähler womöglich ihr Leben lassen.

Ein letztes Argument: Der Wunsch, zwischen Schule und Studium noch etwas anderes zu machen, scheint ausgeprägt, ließe sich aber sinnvoller kanalisieren: Auf Neuseeland treten sich junge Deutsche auf die Füße, australische Zitronenfarmer jubeln über all die billigen Work-and-Traveller. Für alle, die den Wehrdienst verweigern, sollte es einen sozialen Ersatzdienst geben - auch über den kann man Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen. Zu tun gäbe es genug, von der Altenpflege bis zur Hausaufgabenhilfe für Migrantenkinder.

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