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Carsharing Die Mär von grüner Mobilität

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Carsharing-Gesetz ist trotzdem sinnvoll

Ein positiver Effekt auf die Umwelt ist zwar nicht ausgeschlossen, doch er würde erst langfristig eintreten, wenn die geteilte Mobilität so richtig ins Rollen kommt. Wer jedoch jetzt neben seinem eigenen Pkw bei einem Carsharing-Anbieter angemeldet ist, fährt eher mehr. Die Daten in München zeigen, „dass das alleinige Eingehen einer Vertragsbeziehung zu einem Carsharing-Anbieter keine klaren Veränderungen bei den Jahresfahrweiten des eigenen Pkw verursacht“, heißt es in der Studie. Im Klartext: das eigene Auto wird weiterhin gut genutzt. Hinzu kommen die Carsharing-Kilometer.

Es gibt daher auch Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass das One-Way-Carsharing zu deutlich mehr Stadtverkehr führt. Etwa die Studie der Unternehmensberatung Berylls. Und man beachte: Stationsbasierte Betreiber, deren Kunden ein Auto ausleihen, wenn sie wirklich mal eins brauchen, haben 430.000 registrierte Nutzer. Free Floater, die zum Fahrspaß animieren, kommen hingegen auf 830.000 Nutzer. Es boomen also die Geschäftsmodelle, die das Carsharing sexy gemacht haben, aber eben auch zum Vielfahren animieren.

Warum nutzen Sie Carsharing?

Ist es nun also falsch, dass die Bundesregierung das Carsharing mit einem eigenen Gesetz fördern will und spezielle Parkplätze erlaubt? Nein, der Vorstoß ist richtig. Aber jeder sollte sich frei machen von der Illusion, die Luft in den Städten in kürzester Zeit besser zu machen, weil er ein überzeugter Carsharer ist.

Die Gesetzesinitiative aus dem Hause von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ist ein wichtiger Schritt, um auf das geänderte Mobilitätsverhalten der Bürger zu reagieren. Die Leute wollen sich heute anders bewegen. Darauf muss die Politik reagieren. Und natürlich kann Carsharing irgendwann auch dazu führen, dass es einmal mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger gibt, allein schon deshalb, weil weniger Parkplätze benötigt würden. Die Lebensqualität würde steigen. Doch ist noch sehr spekulativ.  

Denn dafür müssten die Städte und Kommunen öffentliche Parkflächen für Carsharing-Betreiber wirklich anbieten. Immerhin hat es die Carsharing-Lobby geschafft, dass auch stationsbasierte Anbieter von dem Gesetz profitieren können. Städte können Parkraum ausschreiben, der dann für maximal fünf Jahre an ein Unternehmen wie Cambio Carsharing, Flinkster und Stattauto vergeben wird.

Es gäbe noch eine Möglichkeit, den Stadtverkehr nachhaltig zu verändern: Sammeltaxis mit Elektromotoren. Doch diese Form der Mobilität ist laut Personenbeförderungsgesetz verboten. Start-ups wie Clever Shuttle erhalten nur eine Sondererlaubnis im Rahmen einer Experimentierklausel. In Berlin darf das junge Unternehmen gerade mal zehn E-Autos in einem Pilotprojekt testen. Zu wenig für einen umfangreichen Feldversuch. Die Politik hat noch viel zu tun.

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