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CDU Das Bildungsreförmchen

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Abstimmung mit Füßen

Angela Merkel und Thomas de Maizière Quelle: dpa

Doch Schavans Werben war nicht überzeugend und die weiche Sprachregelung für viele in der CDU noch nicht schwammig genug. Der Parteitag applaudierte der Ministerin dann auch höflich, aber ohne Begeisterung. In der Sache, im überarbeiteten Leitantrag, der heute verabschiedet wurde, ging die Partei einen Schritt zurück. Von zwei Säulen ist nicht mehr explizit die Rede, sondern nur von neuen „attraktiven Schulformen“. Und aus dem Respekt vor den Hauptschulen wurde ein Bekenntnis: Die CDU stehe zu ihr.

Die Chance, sich der Wirklichkeit mutig anzupassen, hat die CDU damit verpasst. Viele Konservative haben Angst, dass der fusionierten Ober- irgendwann die Einheitsschule folgt und das geliebte Gymnasium schluckt. Die Hauptschule musste als Schutzwall herhalten.

Ziele guter Bildung

Mit der Realität hat das wenig zu tun. Natürlich gibt es noch funktionierende Hauptschulen, die nicht – so wie viele Ableger in Großstädten – zu Restschulen verkümmert sind. Doch die meisten stehen vor dem Aus. In zehn Jahren wird es ein Drittel weniger Schüler geben als heute und die strömen zudem immer seltener auf die Hauptschule. Die Abstimmung mit den Füßen hat längst angefangen. Ein Parteitag kann sie nicht aufhalten.

Bildungsministerin Schavan hat es (wie die Kanzlerin im Übrigen auch) versäumt, nicht nur demografisch zu argumentieren, sondern inhaltlich. Bildung soll Chancen gerecht verteilen und den Aufstieg ermöglichen. „Befähigung und Ermutigung sind Ziele guter Bildung“, sagte Schavan heute.  Was sie nicht gesagt hat: Von einer Schule aus, die den Lernweg mit dem Hauptschulabschluss beendet, unabhängig davon, was ein Jugendlicher kann und will, ist höhere Bildung schwerer zu erlangen als an einer, die Perspektiven darüber hinaus bietet. Darüber, wie differenziertes Lernen innerhalb integrierender Schulen auf hohem Niveau gehen kann, hat die CDU ebenfalls so gut wie gar nicht geredet. Beides war ein Fehler.

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