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CDU-Parteitag Die Truppe hinter Angela Merkel

Heute steht die CDU-Spitze auf dem Parteitag zur Wiederwahl. Angela Merkel stellt sich zum achten Mal zur Wahl als Vorsitzende. Wer in Köln stark und wer geschwächt auftritt.

Angela Merkel Quelle: dpa

Unangefochten ist die Chefin der Christdemokraten. Angela Merkel (60) muss von den 1001 Delegierten der CDU nichts fürchten. Die Wirtschaft läuft so, die große Koalition funktioniert ohne großes Rumpeln und in Europa gilt die Bundeskanzlerin als überaus einflussreich bei der Bewältigung der Schuldenkrise und standhaft gegenüber Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Da zählt dann nur der Vergleich gegenüber dem vorigen Wahlergebnis: Beim letzten Mal stimmten knapp 98 Prozent der Delegierten für Merkel als Parteichefin, fast ein sozialistisches Traumergebnis. Vielleicht ist dieses Mal Unmut zu spüren, dass die CDU in den Ländern Macht und Ministerpräsidenten verloren hat. Die fünf Stellvertreter Merkels, die sich zur Wahl stellen, sind unterschiedlich stark, doch sie werden alle gewählt werden. Beim Ergebnis lässt sich dann die Stimmung in der Partei ablesen.

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Thomas Oppermann Quelle: dpa
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Platz 6: Wolfgang Kubicki (FDP) Der FDP-Politiker taucht zum ersten Mal im Ranking auf. Er wird von 33 Prozent der Befragten als kompetent angesehen. Quelle: dpa
Gregor Gysi Quelle: dpa
Angela Merkel Quelle: dpa

Volker Bouffier (62) ist Ministerpräsident in Hessen und regiert die erste schwarz-grüne Koalition in einem Flächenland.

  • Stärken: Er ist einer von nur noch vier Ministerpräsidenten, die die CDU stellt. Außerdem scheint Schwarz-Grün als Probelauf für mögliche Koalitionen in Bund und Ländern leidlich gut zu funktionieren. Und das in Hessen, wo die CDU als besonders konservativ gilt.

  • Schwächen: Schwarz-Grün sehen manche in der Partei als falschen Weg. Wer bedient dann noch die Konservativen, die mit der AfD liebäugeln? Außerdem bleibt Bouffier auf Bundesebene eher unsichtbar.

Julia Klöckner (41) ist Oppositionsführerin in Rheinland-Pfalz. Sie will 2016 Die rot-grüne Regierung unter Malu Dreyer (SPD) ablösen.

  • Stärken: Die CDU hat nicht so viele in ihrem Alter und mit ihrer Ausstrahlung für die erste Reihe. In Mainz hält sie ordentlich gegen die Regierung, allerdings fällt ihr das bei Dreyer schwerer als beim vorigen eher altbackenen Ministerpräsidenten Kurt Beck.

  • Schwächen: Begrenzte Machtaussichten.

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 Abdullah ibn Abd al-Aziz Quelle: dpa
Lee Hsien Loong: Zehn Jahre im AmtLee Hsien Loong ist als Nachfolger von Goh Chok Tong seit dem 12. August 2004 Premierminister Singapurs. Er hat den Posten von seinem Vater, Staatsgründer Lee Kuan Yew verliehen bekommen, der ebenfalls noch einen Posten in der Regierung hat. In Sachen Gehalt ist Lee Hsien Loong Spitzenreiter: 2012 erhielt er ein Jahresgehalt von umgerechnet rund 1,35 Millionen Euro. Quelle: REUTERS
Manmohan Singh: Zehn Jahre im AmtWenn im Mai 2014 ein neues Parlament gewählt wird, möchte der indische Regierungschef Manmohan Singh nicht mehr kandidieren. Der seit 2004 amtierende Premierminister kann aber schon einen Nachfolger aus dem Hut ziehen: Rahul Gandhi, ein Erbe der Nehru-Gandhi-Dynastie. Doch eine erneute Mehrheit für die Kongresspartei wird recht unwahrscheinlich sein, denn die meisten Inder bringen mit der Regierung lediglich Korruption in Verbindung. Rückblicken sieht der 81-Jährige den größten Erfolg seiner zehnjährigen Amtszeit in der Armutsbekämpfung. Quelle: AP
Recep Tayyip Erdoğan: Elf Jahre im AmtSeine politische Karriere schien auf dem Tiefpunkt, als Erdogan wegen religiöser "Aufhetzung des Volkes" ins Gefängnis musste. Doch es kam anders als gedacht: Erdogan führte die 2001 gegründete AKP wenig später an die Macht. Der Posten des Regierungschefs übernahm zu Anfang Abdullah Gül, der heute das Amt des Staatspräsidenten bekleidet. Doch ein wenig später ließ er Erdogan den Vortritt und trat als Ministerpräsident zurück: Nach einer Verfassungsänderung durch die AKP, die wegen der verhängten Haftstrafe ein Politikverbot aufhob, wurde Erdogan am 14. März 2013 zum Ministerpräsidenten ernannt. In den elf Jahren seiner Amtszeit hat er zur politischen Stabilität und einem wirtschaftlichen Aufschwung seines Landes beigetragen. Allerdings werden die Uhren gerade zurück gedreht: Kritiker warnen davor, dass Erdogan mit seiner diktatorischen Führung sein eigenes politisches Lebenswerk selbst gefährden könnte. Quelle: AP
Afghanischer Präsident Hamid Karzai Quelle: REUTERS
Jean-Claude Juncker: 18 Jahren im AmtAm 20. Januar 1995 wurde Jean-Claude Juncker als Nachfolger des Regierungschefs Jacques Santer benannt. Nach 18 Jahren als Premierminister berief Juncker im Dezember 2013 Neuwahlen ein, da im Zuge der andauernden zweifelhaften Praktiken des luxemburgischen Geheimdienstes SREL Kritik aufkam. Zwar wurde Junkers CSV mit ihm als Spitzenkandidat erneut stärkste Partei, eine Koalitionsregierung mit den Liberalen und den Grünen schien aber die bessere Lösung. Mit der Vereidigung von Xavier Bettel als Premierminister schied Junker am 4. Dezember 2013 aus der Regierung aus. Heute ist Jean-Claude Juncker Spitzenkandidat der Europäischen Konservativen für die Europawahl am 25. Mai 2014. Quelle: AP

Armin Laschet (53) ist Oppositionsführer in Nordrhein-Westfalen.

  • Stärken: Hat Zuwanderer und Integration früher als andere  zum Thema in der CDU gemacht. Als Landesvorsitzender ist er in Köln quasi Gastgeber.

  • Schwächen: Gilt als nicht unbedingt führungsstark, begrenzte Machtaussichten.

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