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CDU, SPD, Grüne oder FDP? Wer bei der Wahl in NRW am meisten zu verlieren hat

Die „kleine Bundestagswahl“ in Nordrhein-Westfalen steht an: Für SPD-Kanzlerkandidat Schulz geht es um mehr als für Kanzlerin Merkel. Besonders schlecht könnte das Ergebnis aber für die Demokratie ausfallen.

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Am 14. Mai wird in Nordrhein-Westfalen der Landtag neu gewählt. Quelle: dpa

Bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen geht es für die Parteien um viel. Am 14. Mai steht eine „kleine Bundestagswahl“ an. Das Land mit mehr als 13 Millionen Wählern ist ähnlich unterschiedlich wie Deutschland als Ganzes, hat viele ländliche Regionen und Metropolen, Armut und Reichtum, Industrie und neue Ökonomie.

Wer in NRW erfolgreich abschneidet, hat gute Voraussetzung für die Bundestagswahl im September. Wer hier eine Koalition schmiedet, kann Vorbild für den Bund sein.

Doch wer hat in NRW viel zu verlieren? Ein Überblick.

Die CDU samt Kanzlerin Angela Merkel

Die Christdemokraten sind im Düsseldorfer Landtag in der Opposition. Ihr Spitzenkandidat Armin Laschet überzeugt nicht unbedingt durch Volkstümlichkeit oder gar überzeugende Pläne fürs Land. Doch Laschet hat zwei Vorteile: Niemand erwartet von ihm, dass er gewinnt. Sollte es reichen, umso besser.

Der letzte CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen hinterließ der Partei mit 26 Prozent zudem das bis dahin schlechteste Landtagswahlergebnis. Da kann es nur bergauf gehen.

Die Union holt in Meinungsumfragen zurzeit gegenüber den Sozialdemokraten auf. Deshalb wird Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel jedes Wahlergebnis irgendwie interpretieren können, dass daraus mehr oder weniger ein Erfolg wird.

Die SPD samt Kanzlerkandidat Martin Schulz

Schwieriger ist die Lage für die Sozialdemokraten. In NRW verteidigt Hannelore Kraft das Amt als Ministerpräsidentin, hier sind die Sozialdemokraten traditionell stark. Auch sie reißt die Massen nicht mit, sie kann in vielen Politikfeldern keine Erfolge präsentieren. Egal ob Schulen, Infrastruktur oder Kriminalität – oft schneidet das Bundesland im Vergleich schlecht ab.

39 Prozent holte die Ministerpräsidentin bei der letzten Wahl 2012. Das dürfte nun weniger werden. Dabei bringt sich SPD-Kanzlerkandidat und Parteichef Martin Schulz prominent im Wahlkampf ein. Schließlich ist er Landeskind aus Würselen.

Wenn jetzt also trotz Amtsbonus und Unterstützung durch Schulz kein gutes Ergebnis für die SPD rausspringt, wird es bitter für die Partei. Schon jetzt gehen die Werte in den bundesweiten Umfragen zurück. Wenn sie es hier nicht schafft, deutlich Erste zu werden – wie will die SPD dann noch glaubhaft machen, dass sie den nächsten Kanzler stellt? Zumal es wahrscheinlich auch bei den Grünen nicht so gut aussehen wird nach dem NRW-Wahlsonntag.

Die Grünen samt Spitzenduo Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir

Verzweifelt wirkten zuletzt die Spitzenleute der Ökopartei in NRW. In manchen Umfragen stehen sie bei fünf Prozent, sie könnten aus dem Landtag fliegen. Ähnliche Panik herrscht bei den Bundesgrünen, die auch schrittweise in der Zustimmung abrutschen. Das liegt daran, dass die Spitzenleute nicht rüberbringen, was dieser Tage so innovativ an der Partei sein soll. Im Land kommt noch hinzu, dass viele Eltern unzufrieden mit den Schulen sind. Das fällt auf Bildungsministerin Sylvia Löhrmann zurück.

Müssen die Vertreter der Sonnenblumen-Partei in die Opposition oder aus dem Landtag, verstärkt das den negativen Trend noch einmal. Schlechte Aussichten fürs etwas blasse Spitzenduo der Grünen aus Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir. Auch hier könnte sich irgendwann die Grundsatzfrage - Parlament oder nicht? – stellen. In Schleswig-Holstein allerdings, wo nun auch eine Wahl stattfindet, streben die Bündnisgrünen ein zweistelliges Ergebnis an.

Was die NRW-Wahl für AfD und FDP bedeutet

Die FDP samt Parteichef Christian Lindner

Die Freidemokraten haben schon so viel verloren, dass es jetzt eigentlich nur besser werden kann. Der Spitzenkandidat im Land, Christian Lindner, ist zugleich der FDP-Spitzenmann im Bund. In NRW scheinen die Liberalen sicher im Landtag, vielleicht spielt ihr Anteil am Ende die entscheidende Rolle bei der Bildung einer Regierung. Weil Lindner von Anfang an gesagt hat, dass er wenige Monate später in den Bundestag einziehen will, nehmen seine potenziellen Wähler ihm das im Land offensichtlich nicht übel. Viel verlieren können die Liberalen also durch die Landtagswahl nicht. Nur ihre Ein-Mann-Show Lindner, wenn der nach Berlin ginge.

Linkspartei und AfD

Für die Linkspartei dürfte es wieder knapp werden, in Umfragen knappst sie um die fünf Prozent. Fürs Ergebnis der Bundestagswahl dürfte das nicht sonderlich entscheidend sein. Stark ist die Partei traditionell in den ostdeutschen Ländern.

Die rechtsgerichtete AfD dürfte wohl in Düsseldorf im Landtag vertreten sein. Das wäre nach all den persönlichen Konflikten und dem Richtungsstreit in der Partei ein Erfolg. Ob es im September für den Bundestag reicht, dürfte allerdings auch nur wenig von NRW abhängen – mehr vom Bild der AfD, das sie nach außen vermittelt, und von der Unzufriedenheit einiger Wähler.

Die Demokratie

Nach der Wahl im bevölkerungsreichsten Bundesland verlieren könnte auch die Demokratie.

Reicht es für zwei geschwächte Parteien SPD und CDU am Ende nur für eine „große Koalition“, setzt sich das fort, was in den letzten vier Jahren schon im Bund stattfand. Union und SPD, die eigentlich zwei unterschiedliche Lager repräsentieren und den Wählern unterschiedliche Angebote liefern sollten, machen dann einmal mehr gemeinsame Sache. Und das mit einer arg kleinen und somit leisen Opposition.

Das würde Unzufriedenheit schüren und ganz und gar nicht helfen, die Leute wieder für Politik zu interessieren.



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