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Chaos in Mainz bis Ende August Spitzentreffen zu Personalnot bei der Bahn

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SPD kritisiert Ramsauer

Die skurrilsten Durchsagen der Bahn
„Die Weiterfahrt wird sich in Leverkusen verzögern. Wir werden von einem hochwichtigen Zug überholt“, zwitscherte @BahnAnsagen beispielsweise in die Runde. Die - unbekannten - Betreiber des Accounts nehmen auf, was ihnen ihre Follower aus ganz Deutschland schicken. Auf unserem Bild sieht man übrigens, wie der französische TGV in Stuttgart ankommt und begeistert empfangen wird. Quelle: dpa
Auch der nächste Tweet nimmt die Verspätungen der Deutschen Bahn aufs Korn: „Durchsage im Zug am Bahnhof Hamm: 'Wir warten noch auf auf Fahrplanabweichungen'.“ Ein anderer Twitter-Nutzer antwortet mit ironischem Unterton: „Bei der S-Bahn in Stuttgart muss man da nicht drauf warten. Einfach an den Bahnsteig stellen, und sie sind da.“ Quelle: dpa
Dieser Tweet kommt wohl ohne Kommentare aus: „An das Zugpersonal: Bitte die Türen noch einmal öffnen, damit der Zugführer einsteigen kann!“ Quelle: dpa
Die armen Zugbegleiter haben es aber auch nicht immer leicht. Eigentlich wollen sie sich nur artig bedanken - und dann das: „Wir wünschen einen angenehmen Abend und danken, dass Sie uns benutzt haben.“ Quelle: AP
Dieser Tweet wird vor allem Pendler, die viel im Ruhrgebiet oder Düsseldorf unterwegs sind, zum Lachen bringen: „Ist etwas voll geworden. Sonst wären wir auch nicht die S1“, so eine Lautsprecherdurchsage in der S-Bahn-Linie 1. Im Ursprungs-Tweet war die Rede davon, dass die Ansage in Köln aufgeschnappt worden sein soll. Allerdings - in Köln gib es keine S1. Tatsächlich verkehrt die Bahn zwischen Solingen und Dortmund. Die beschriebene Situation dürfte allerdings trotzdem vielen bekannt vorkommen oder, wie @BahnAnsagen schreibt: „Der Inhalt der Aussage transportiert sich auch so, ob nun S1, U1 oder RE1.“ Quelle: AP
Und wieder eine Verspätung - und ein kleiner Versprecher: „Wie Sie gemerkt haben, sind wir 7,5 Minuten später gestartet. Wir bitten Sie, dies zu bedauern!“ Quelle: dpa
Auch Fotos zwitschert @BahnAnsagen. Wie zum Beispiel dieses hier (Screenshot) mit der Anmerkung: „Lässt die Bahn jetzt Raum für eigene Notizen?“ Quelle: Screenshot

Die SPD bekräftigte ihre Kritik an Ramsauer. Er könne „sich doch nicht damit herausreden, dass die vorvorige Regierung schuld daran sei“, sagte der Oberbürgermeister von München, Christian Ude, im Fernsehsender n-tv. „Was hat er denn die letzten vier Jahre gemacht?“, fragte der SPD-Politiker.

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende und rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner forderte von der Bahn eine Analyse der Schwachstellen. „Es nützt uns nichts, wenn künftig zwar die Stellwerke funktionieren, dann aber an anderer Stelle Probleme auftreten.“

Der FDP-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Rainer Brüderle, hatte verlangt, die Bahnstruktur mit ihrer staatlichen Absicherung zu überprüfen. „Ein freies Unternehmen im Wettbewerb könnte sich so etwas nicht leisten“, erklärte er. Die Bahn AG an die Börse zu bringen, halte er „zum richtigen Zeitpunkt für überlegenswert“.

In Arbeit
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FDP-Generalsekretär Patrick Döring forderte eine Stärkung der Netzgesellschaft innerhalb des Bahn-Konzerns. „Die DB Netz muss unabhängiger vom Konzern werden“, sagte Döring der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe). „Die hohen Gewinne der Netzgesellschaft von jährlich einer Milliarde Euro sollten bei ihr bleiben und nicht mehr in die große Konzernkasse fließen“, sagte Döring, der Mitglied des Bahn-Aufsichtsrats ist. „Dann hätte die Netzgesellschaft mehr Mittel für Personal und Investitionen.“

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Bärbel Höhn forderte die Bahn auf, sich mehr auf Deutschland zu konzentrieren. „Weil die Bahn viel im Ausland investiert, hat sie zu wenig Mittel, um in Deutschland die Defizite auszugleichen“, kritisierte die Politikerin in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). Die Auslandsinvestitionen dürften nicht Vorrang haben. Die Politik forderte Höhn auf, der Bahn endlich Vorgaben zu machen, wie sie zu funktionieren habe.

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