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Charmeoffensive bei Gründern

Das Märchen von Hase Rösler und Igel Merkel

Henning Krumrey Ehem. Redakteur

Andere kopieren, um einen Titel zu erlangen – und verlieren darüber ihr Amt. Angela Merkel macht es umgekehrt: Sie kopiert, um ihr Amt zu verteidigen.

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Big DataMit der Digitalisierung von immer mehr Prozessen und der Vernetzung von immer mehr Technik bekommen wir auch immer mehr Daten. Unternehmen bekommen dadurch schneller ausführliche Informationen über ihren Geschäftsverlauf oder technische Abläufe. Aber auch Verbraucher können von der neuen Datenflut profitieren: Zum Beispiel, wenn Auto-Versicherungstarife anhand der Fahrweise tagesaktuell berechnet werden. Die Kunst dabei ist, die Informationen richtig auszuwerten. Zugleich wecken die neuen Datenberge Sorgen bei Datenschützern. Quelle: dpa/Montage
Hacker Quelle: dpa

Jeder kennt das Märchen von Hase und Igel: Das listige Stacheltier foppt mit seiner Frau das arme Langohr, das die Furche hin- und her hetzt – und trotzdem erscheint der Igel stets schneller. Trifft der Hase ein, triumphiert der Konkurrent: „Ich bin schon hier.“

Angela Merkel schafft den Igel-Effekt im Alleingang, ohne Doppelgänger. Nicht nur, dass sie der Opposition aus SPD und Grünen reihenweise jene Themen aus der Hand und dem Mund nimmt, mit denen die der Union im Wahlkampf zusetzen könnten. Nein, nun besetzt sie auch das Terrain ihres Koalitionspartners, in Person des FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler.

„Ich bin schon hier“, hätte Merkel in dieser Woche gleich zwei Mal rufen können: Am Mittwoch bei der Eröffnung der Computer- und Technologiemesse Cebit in Hannover und einen Tag später im Berliner Stadtviertel Prenzlauer Berg. Da setzte die Regierungschefin zur großen Umarmung der Netzgemeinde an. Erst besuchte sie mit der Wissenschaftler-Plattform ResearchGate und dem Spieleproduzenten Wooga zwei Unternehmen, dann beehrte sie den Empfang der Internet-Wirtschaft.

Für Rösler ist das ärgerlich. Seit fast zwei Jahren bemüht er sich um die Gründerszene und insbesondere um die Startups in der Informationstechnik. Er lobt Wettbewerbe aus, setzt auf Beratung für Gründer und Mittelstand. Im Januar schuf er einen 24-köpfigen Beirat „Junge Digitale Wirtschaft“, und vor vier Wochen reiste er mit einer Handvoll Entrepreneuren ins Silicon Valley. Die Kanzlerin traf sich in der Zeit gerade einmal mit fünf führenden Unternehmern der Branche im Kanzleramt und sprach beim IT-Gipfel der Bundesregierung.

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