Christian Lindner FDP übt scharfe Kritik an deutscher Flüchtlingspolitik

Exklusiv

FDP-Chef Christian Lindner stellt der Flüchtlingspolitik von Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) ein verheerendes Zeugnis aus.

Vor diesen Problemen stehen die Zuwanderer
Teilnehmer eines Kurses "Deutsch als Fremdsprache" Quelle: dpa
Eine Asylbewerberin wartet in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung in Berlin Quelle: dpa
Eine Frau sitzt in einem Flüchtlingsheim in einem Zimmer Quelle: dpa
Ein Flüchtling sitzt vor einer Gemeinschaftsunterkunft der Asylbewerber Quelle: dpa
Verschiedene Lebensmittel liegen in der Asylunterkunft in Böbrach (Bayern) in Körben Quelle: dpa

"Für einen alternden Kontinent ist es nicht nur eine Frage der Humanität, sondern auch wohlverstandener Eigeninteressen, vernünftig mit Zuwanderern und Flüchtlingen umzugehen", sagte Lindner der WirtschaftsWoche. De Maiziere hatte das Ende des Programms "Mare Nostrum" zur Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge im Mittelmeer und die Rückkehr zu einer Politik der Grenzsicherung ("Triton") mit den Worten kommentiert: "Mare Nostrum war als Nothilfe gedacht und hat sich als Brücke erwiesen."

Für Lindners Vorstandskollegen Joachim Stamp kommt die Beendigung des Programms einem Offenbarungseid gleich: "Von einem Politiker, dessen Partei ein C im Namen trägt, hätte ich mehr christliche Nächstenliebe erwartet."

Länder mit der höchsten Zahl der Asylbewerber (2014)

Sollte eine Fortführung von Mare Nostrum an der Finanzierung scheitern, "wäre das ein moralisches Desaster". Werte seien nicht zum Nulltarif zu haben. Solange es "noch keine legalen Brücken nach Europa" gebe, "müssen wir diejenigen retten, die unter Einsatz ihres Lebens über das Meer kommen." Das sei auch im Interesse Deutschlands, so Stamp: "In der Bundesregierung hat sich die Erkenntnis noch nicht durchgesetzt, dass wir auch wirtschaftlich von den Flüchtlingen profitieren." Auch mit Blick auf die angespannte Lage in den Grenzgebieten fordert Stamp mehr Engagement von de Maiziere: "Die Hilfen für die Türkei und den Libanon sind nicht ausreichend. Sie beherbergen wesentlich mehr Flüchtlinge, als wir in Deutschland aufnehmen. Ihnen muss eine Perspektive geboten werden."

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