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Christian Wulff Viele Fragen, keine Antworten

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Wulff verpasste eine Chance

Da war noch alles gut: Bundespräsident Christian Wulff und sein ehemaliger Sprecher Olaf Glaeseker. Quelle: dapd

Und just heute kamen neue Fragen hinzu: Hat der Ministerpräsident tatsächlich bei dem Bankdarlehn, mit dem er nach den ersten Fragen der Grünen im Niedersächsischen Landtag Geerkens‘ Privatkredit ablöste, Sonderkonditionen erhalten? Darauf hätte Wulff gleich aktuell Antwort geben können – er tat es nicht.

Ohne ein Wort des Dankes

Schließlich: Warum ging nun plötzlich sein Pressesprecher Olaf Glaeseker von Bord? Jener Sprecher, der Wulff seit zwölf Jahren gedient hat. Zwar verlautet aus dem Umfeld des Präsidenten, Glaeseker selbst habe um seine Entlassung gebeten, weil nun auch sein Privatleben untersucht werden solle. In der offiziellen Wortwahl klingt dies freilich anders. Nirgendwo ist von diesem Wunsch die Rede. In der offiziellen Erklärung des Präsidialamtes heißt es nur, der Amtschef habe Glaeseker „von seinen dienstlichen Aufgaben entbunden“. Kein Wort des Dankes. Das brachte zwar Wulff in seiner Erklärung unter, aber auch sein Bedauern, „dass ich mich von meinem Sprecher Olaf Glaeseker trennen musste“, ist nicht die übliche Formel für freiwilliges Ausscheiden.

Sattelfest - mit Wulff durch die Krise

Allenfalls Dirk Metz, der Sprecher des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, hatte ein ähnlich enges Verhältnis und einen derartigen auch inhaltlichen Einfluss auf seinen Chef. Glaeseker gehörte zu den wichtigsten Beratern und hatte erheblichen Anteil an Wulffs Aufstieg. Der „spin doctor“ im klassischen Sinne schaffte es sogar, aus der Trennung Wulffs von seiner ersten Ehefrau eine Art Erfolgsstory zu machen. Nachdem hannoversche Lokalzeitungen über die Krise im Hause Wulff recherchierten und bei Glaeseker anfragten, fädelte der flugs ein Geschäft mit der BILD-Zeitung ein: Exklusive Trennungsgeschichte im Boulevard-Blatt gegen wohlwollende Berichterstattung. So lobte schließlich der Leitartikler, der sonst so langweilige und unfehlbare Ministerpräsident sei durch das Liebes-Aus richtig menschlich geworden.

Der Präsident will jedenfalls im Amt bleiben und mithelfen, Deutschland durch die gefährlichen Krisenzeiten zu steuern (wie, sagte er allerdings nicht). „Dafür bitte ich die Bürgerinnen und Bürger auch zukünftig um ihr Vertrauen.“ Und an die Journalisten gewandt wünschte er nicht nur frohe Weihnachtstage, sondern auch einen guten Start ins nächste Jahr: „Wir werden auch in diesem Jahr 2012 weiterhin gut zusammenarbeiten - so hoffe ich doch.“

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