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Cityregion Dresden Gute bis sehr gute Arbeitsmarkt-Entwicklung trotz Chip-Krise, jedoch Wohlstandsdefizite

Im Auftrag von INSM und WiWo haben Wissenschaftler der IW Consult zentrale Wohlstands- und Arbeitsmarktindikatoren der einwohnerstärksten deutschen Wirtschaftsregionen verglichen. Dies sind wichtige Großstädte, die als Arbeitsorte bedeutsam sind sowie die Umgebung, in denen die Menschen ebenfalls arbeiten, vor allem aber auch wohnen.

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Die Wissenschaftler haben den letzten verfügbaren Stand zum Beispiel der verfügbaren Einkommen, der Steuerkraft sowie auch die Situation am Arbeitsmarkt untersucht. Ein Niveauvergleich bildet die Lage im Jahr 2009 ab. Ein Dynamikvergleich veranschaulicht, wie sich diese Wirtschaftsregionen in der Zeit von 2004 bis 2009 entwickelt haben.

Achtzehnter im Niveauvergleich ist die Cityregion Dresden. Sie umfasst vier Einzelkreise bzw. kreisfreie Städte und hat 1,4 Mio. Einwohner, die hier leben und arbeiten.

Mit einem verfügbaren Einkommen von 15.889 Euro belegt die Cityregion Dresden Platz 18. Im guten Mittelfeld (Rang 9) präsentiert sie sich bei der Arbeitsplatzversorgung: 59,9 Prozent aller Einwohner zwischen 15 und 65 Jahren haben hier eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Damit liegt die Region Dresden beispielsweise vor den Wirtschaftsräumen Bremen und Hamburg. Die Arbeitslosenquote ist mit 11,8 Prozent allerdings vergleichsweise hoch, Platz 18.

Dynamisch betrachtet findet sich die Region insgesamt auf dem 9. Platz wieder. Sie punktet bezogen auf die Entwicklung in den Jahren 2004 bis 2009 vor allem bei den Arbeitsmarktindikatoren. Um 4,7 Prozentpunkte verbesserte sich die Arbeitslosenquote – so deutlich wie sonst nur noch in der Cityregion Leipzig. Um 3,9 Prozentpunkte stieg die Arbeitsplatzversorgung: Rang 2 im Dynamikvergleich.

Gründe für diese Performance.

Studienleiter Michael Bahrke (IW Consult): „Die beiden sächsischen Cityregionen haben im Vergleich zu Regionen in den alten Ländern Niveaudefizite bei den verfügbaren Einkommen. Dresden punktet mit einer guten Arbeitsplatzversorgung und sehr deutlichen Fortschritten bei der Arbeitslosenquote. Neben demographischen Effekten wie der nach wie vor anhaltenden Abwanderung aus den neuen Ländern zeigen sich hier aber auch reale Fortschritte in der wirtschaftlichen Entwicklung Ostdeutschlands. In den Anfangsjahren waren die Löhne der Produktivitätsentwicklung davongeeilt, was eine zentrale Ursache der hohen Arbeitslosigkeit Ost war. Nun fassen Unternehmen auch vor der Kulisse einer moderaten Lohnniveaus Fuß. Die Region Dresden ist im Hitech-Bereich mit Chip- und Optikindustrie präsent. Bemerkenswert ist, dass sich trotz der Krise der dort ansässigen Halbleiter-Industrie eine überdurchschnittliche  Arbeitsmarktentwicklung vollzogen hat.

Bestehende Wohlstandsdefizite werden jedoch nur dann überwunden werden, wenn nicht nur Fertigung weiter expandiert, sondern auch Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten stärkere Präsenz erhalten.“

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