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Cityregion Köln-Bonn Das Rheinland leidet wirtschaftlich betrachtet unter Dynamikschwäche

Im Auftrag von INSM und WiWo haben Wissenschaftler der IW Consult zentrale Wohlstands- und Arbeitsmarktindikatoren der einwohnerstärksten deutschen Wirtschaftsregionen verglichen. Dies sind wichtige Großstädte, die als Arbeitsorte bedeutsam sind sowie die Umgebung, in denen die Menschen ebenfalls arbeiten, vor allem aber auch wohnen.

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Die Wissenschaftler haben den letzten verfügbaren Stand zum Beispiel der verfügbaren Einkommen, der Steuerkraft sowie auch die Situation am Arbeitsmarkt untersucht. Ein Niveauvergleich bildet die Lage im Jahr 2009 ab. Ein Dynamikvergleich veranschaulicht, wie sich diese Wirtschaftsregionen in der Zeit von 2004 bis 2009 entwickelt haben.

Zehnter im Niveauvergleich ist die Cityregion Köln-Bonn. Sie umfasst acht Einzelkreise bzw. kreisfreie Städte und hat 3,1 Mio. Einwohner, die hier leben und arbeiten.

Über Durchschnitt liegt die Region Köln-Bonn beim Wohlstandsniveau. Die verfügbaren Einkommen bewegen sich hier im Schnitt um 20.123 Euro – Rang 9 von 20. Durchschnittlich ist die Arbeitsmarkt-Performance: Rang 12  für eine Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent, Rang 14 für eine Arbeitsplatzversorgung von 58,1 Prozent aller Einwohner im Alter von 15 bis 64 Jahren.

Dynamisch betrachtet findet sich die Region insgesamt auf dem vorletzten Platz wieder. Die größten Schwächen offenbaren sich hier bei der Entwicklung der Wohlstandsindikatoren. Um 6,2 Prozent stiegen in der Cityregion Köln-Bonn die verfügbaren Einkommen. Das ist die drittschwächste Steigerung im gesamten Vergleich. Die Arbeitslosenquote in der Region sank in der Zeit von 2004 bis 2009 um einen Prozentpunkt – Platz 17 von 20.

Gründe für diese Performance.

Studienleiter Michael Bahrke (IW Consult): „Die Region Köln-Bonn ist sehr heterogen. Auf der einen Seite die Bundes- und Universitätsstadt Bonn als Verwaltungs- und Dienstleistungsstandort. Auf der anderen Seite die Industrie- und Chemiestandorte Köln-Wesseling und Leverkusen sowie der Rheinisch-Bergische Kreis mit zahlreichen mittelständischen Metall- und Elektro-Unternehmen, die als Zulieferer für die Autoindustrie und den Maschinenbau tätig  sind.

Für das noch vergleichsweise hohe Wohlstandsniveau sorgen Arbeitsplätze in der wissensintensiven Dienstleistung sowie der Verwaltung, wie sie beispielsweise in Bonn aber auch in Köln zu finden sind.

Die soziale Problematik in Teilen der Großstadt Köln drückt die Arbeitsmarkt-Performance.

Die eher schwache dynamische Entwicklung ist auch der Tatsache geschuldet, dass die exportstarken Unternehmen der Chemie-Industrie sowie auch die Auto- und Maschinenbauzulieferer im Bergischen Land besonders unter den Exporteinbrüchen in Folge der weltweiten Krise zu leiden hatten.“

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