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CO2-Ausstoß der Flugbranche Habeck und Riexinger schaden dem Klima

Deutschland, Europa und die Welt brauchen eine fixe Quote für aus Grünstrom hergestelltes Kerosin. Quelle: dpa

Um den CO2-Ausstoß der Flugbranche zu reduzieren, braucht es eine Quote für grünes Kerosin. Ein Plädoyer gegen diktierten Verzicht und Verstaatlichung.

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Wer dem Klima schaden will, der mache es wie Linken-Chef Bernd Riexinger oder Grünen-Chef Robert Habeck. Denn mit ihren Forderungen, Airlines zu verstaatlichen oder Inlandsflüge in Deutschland abzuschaffen, bringen die beiden Politiker die Menschen eher gegen eine umweltfreundliche Politik auf. Eine Lösung, die den CO2-Ausstoß der Luftfahrt auf breiter Ebene in Europa und der Welt reduziert, servieren sie aber nicht.

Deutschland, Europa und die Welt brauchen weder Flugscham noch Flugverbote. Was sie brauchen, ist endlich eine fixe Quote für aus Grünstrom hergestelltes Kerosin. Ja, mit Windkraft und Solarstrom lassen sich Flugzeuge antreiben. Airlines müssen ihre Maschinen dazu noch nicht einmal technisch umrüsten.

Das chemische Verfahren ist seit etwa einem Jahrhundert bekannt: Wasser, gern auch Schmutz- oder Salzwasser, wird mittels Strom per Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Strömt der Wasserstoff dann gemeinsam mit CO2 aus der Luft an einem Katalysator vorbei, entstehen je nach Beschaffenheit des Katalysators bestimmte Kohlenwasserstoffverbindungen, zum Beispiel Kerosin.

Das Ganze ist keine Science Fiction, nicht einmal ein fernes Szenario: Die Lufthansa arbeitet zusammen mit der Raffinerie Heide in Schleswig-Holstein und der TU Berguniversität im sächsischen Freiberg bereits an einer Pilotanlage, die demnächst den Flughafen Hamburg versorgen soll. Und diese ist nicht das einzige Projekt dieser Art.

Damit daraus etwas wird, das der Umwelt ebenso dient wie den Reisenden, braucht es allerdings politische Unterstützung: Würde die Bundesregierung, oder besser noch die Europäische Union, Airlines verpflichten, sagen wir mal, mindestens fünf Prozent aus Grünstrom hergestelltes Kerosins zu tanken, wäre der damit anfangs verbundene höhere Preis für Verbraucher verkraftbar. Vor allem dann, wenn ein solches Gesetz auch ausländische Fluglinien in die Pflicht nehmen würde, die in Deutschland oder Europa ihre Flugzeuge betanken. Den Raffinerien und Airlines würde solch eine Maßnahme zudem die Planungssicherheit geben, dass sie in die Elektrolyse-Technologie investieren müssen.

Fährt die Politik jene Quote dann nach und nach hoch, sorgen Skalen- und Lerneffekte dafür, dass die Kosten für synthetisches Kerosin sinken. Elektrolyse-Anlagen und Katalysatoren werden billiger und effizienter. Und der Preis für grünes Flugbenzin nähert sich dem von aus Erdöl hergestelltem Kerosin an.

Wenn dies erst einmal geschafft ist, kann die Regierung die Öko-Kerosin-Quote getrost auf 100 Prozent setzen. Dann würde beim Verbrennen des synthetischen Treibstoffs nur so viel Kohlenstoffdioxid entstehen, wie zuvor aus der Luft entnommen wurde, um das Kerosin herzustellen. Kein Mensch müsste dann auf Wochenendreisen verzichten, kein Geschäftsreisender müsste sich stundenlange Bahnfahrten antun. Und dies ist nicht zu unterschätzen: Gerade in einer Zeit, in der Mittelständler in manchen Gegenden über fehlende Fachkräfte klagen und die gesellschaftliche Spaltung im Land zunimmt – wir also mehr Mobilität brauchen und nicht weniger.ve
Deutschland könnte die wichtigen Errungenschaften der modernen Luftfahrt weiter genießen. Beschert sie uns doch auch, wenn grünes Kerosin auch über die Landesgrenzen hinaus zum Einsatz kommt, Weltoffenheit und leistet damit einen Beitrag zum Erhalt der Demokratie. Schon Mark Twain sagte einst: „Reisen ist fatal für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit.“

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