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Corona-Krise Lauterbach ruft zum Testen auf

Die Omikron-Variante beginnt sich in Deutschland immer stärker auszubreiten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident mahnt Kontaktbeschränkungen in den kommenden Wochen an.

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Der Gesundheitsminister sprach sich zu Weihnachten noch einmal für das Impfen aus und appelliert an jeden, sich über die Feiertage regelmäßig zu testen. Quelle: imago images/Future Image

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat seine Weihnachtsgrüße verbunden mit einem Appell zum Corona-Testen sowie einem Dank an Impfende und Impfwillige. „Ich wünsche uns allen ein frohes Weihnachtsfest“, schrieb der SPD-Politiker am Samstag bei Twitter. „Werde heute beim Familienfest alle testen. Tun Sie bitte das auch. Es kann Leben retten.“ Der Minister dankte zugleich allen, „die heute noch impfen oder sich impfen lassen. Es ist ein Geschenk an die ganze Gesellschaft. Danke“. Nach Einschätzung des Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Hendrik Wüst (CDU), wird sich die Pandemie auch kommendes Jahr stark auf den Alltag in Deutschland auswirken. Der nordrhein-westfälische Regierungschef warb bereits um Verständnis für weitere Erschwernisse.

Die Corona-Zahlen in Deutschland sanken zuletzt. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Samstagmorgen bei 242,9. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 265,8 gelegen, am 25. November bei 419,7 - vor einer Woche hatte das RKI keine Zahlen vorgelegt. Die Zahlen sind feiertagsbedingt nur eingeschränkt belastbar. Experten befürchten wegen der ansteckenderen Omikron-Variante eine baldige Trendumkehr.

„Wir tun alles für die baldige Rückkehr zur Normalität, aber wir als Politik müssen ehrlich sein: Corona wird uns auch im neuen Jahr noch sehr beschäftigen und viel abverlangen“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wüst der Deutschen Presse-Agentur. „Auch im neuen Jahr werden Einschränkungen im Alltag nötig bleiben werden. Omikron ist eine ganz neue Dimension der Herausforderung.“ In den kommenden Wochen gehe es darum, Kontakte wieder deutlich zu reduzieren. Auch Masken und Hygienemaßnahmen würden die Bürger noch monatelang begleiten. „Die Auffrischungsimpfungen und etwaige weitere Impfungen sind der wichtigste Baustein der Pandemiebekämpfung.“

Die Impfkampagne lief auch am Heiligen Abend weiter. Am Freitag wurden rund 67 000 Impfungen verabreicht, 51 000 davon waren sogenannte Booster-Impfungen zum Auffrischen des Impfschutzes (Stand Dashboard: Samstag, 10.31 Uhr). Der bisherige Impfrekord war am 15. Dezember mit insgesamt 1,6 Millionen Dosen erzielt worden. Offizieller Start der Impfkampagne war am 27. Dezember 2020.

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    Mindestens 58,9 Millionen Menschen sind bisher zweifach geimpft oder haben die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten. Das sind 70,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens 29,9 Millionen Menschen haben zusätzlich einen „Booster“ erhalten. Nicht geimpft sind demnach 21,7 Millionen Menschen - 26,2 Prozent der Bevölkerung. Für vier Millionen dieser Menschen im Alter von null bis vier Jahren (4,8 Prozent) steht bisher kein zugelassener Covid-Impfstoff zur Verfügung.

    Häusliche Gewalt während der Pandemie stark gestiegen

    Gewalt in Partnerschaften und Familien stieg derweil während der seit fast zwei Jahren dauernden Pandemie nach Einschätzung des Weißen Rings deutlich an. „Bei häuslicher Gewalt haben wir 2020 ein Plus von etwa zehn Prozent zu verzeichnen, seit 2018 sogar um 20 Prozent. Und wir werden wohl in diesem Jahr das Niveau von 2020 wieder erreichen“, sagte der Bundesvorsitzende des Weißen Rings, Jörg Ziercke, der dpa. Insgesamt hätten die ehrenamtlichen Mitarbeiter in den rund 400 Außenstellen der Opferschutzorganisation im Jahr 2020 rund 17 000 Fälle betreut.

    20 Prozent davon beziehen sich auf häusliche Gewalt. Bei weiteren 26 Prozent aller Fälle gehe es um Sexualdelikte. „Die Prognose, dass häusliche Gewalt mit der Pandemie und dem Lockdown zunimmt und dass das mit einem Verzögerungseffekt deutlich wird, hat sich bestätigt“, sagte Ziercke. Einige Wochen nach den Lockdowns 2020 und 2021 sei der Trend sprunghaft nach oben gegangen und die Bereitschaft der Opfer gestiegen, sich zu melden. Das bedeute aber keine deutliche Aufhellung des Dunkelfelds.

    Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) geht davon aus, dass eine fünfte Corona-Welle keinen Kollaps kritischer Infrastrukturen in Deutschland zur Folge haben werde. „Eine fünfte Welle könnte zwar zu Einschränkungen führen, aber nicht zu einem Zusammenbruch“, sagte ein Sprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Es gibt keinen Grund, das anzunehmen. Es gibt Reserven. Wir sind mit unserem Latein nicht am Ende.“ Es werde wohl noch bis Jahresbeginn dauern, bis sich Omikron in Deutschland voll auswirke.

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