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Corona-Lockdowns Wie verlief der zweite Lockdown?

Seit Dezember ist Deutschland mehr oder weniger lahmgelegt. Quelle: imago images

Im Dezember 2020 gab die Bundesregierung neue Maßnahmen gegen das Coronavirus bekannt. Seitdem befindet sich Deutschland im zweiten Lockdown. Doch wann begann der zweite Lockdown und wie verläuft er? Ein Überblick.

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Nachdem die Bundesregierung kurz vor Sommerbeginn am 15. Juni 2020 beinahe in jedem Bereich Lockerungen aus dem erstem Corona-Lockdown bekannt gegeben hatte, verlief der Sommer 2020 ohne steigende Infektionszahlen. Auch Restaurants und Kinos öffneten wieder unter Auflagen – dass alltägliche Leben kehrte langsam zurück.

Im Herbst stiegen die Corona-Zahlen in Deutschland wieder rapide an, was die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel dazu veranlasste, zunächst einen „Lockdown Light“ und später nochmals einen harten Lockdown zu verhängen. Welche Maßnahmen dabei ergriffen wurden und wann der zweite Lockdown in Deutschland war. Eine Übersicht:

Wann begann der „Lockdown Light“?

Aufgrund der immer schneller steigenden Infektionszahlen wurde am 02. November 2020 der sogenannte „Lockdown Light“ in Deutschland ausgerufen. Die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen sollten dabei helfen die Infektionszahlen vor Weihnachten deutlich zu verringern, was im Endeffekt jedoch nicht gelang. Dies hatte zur Folge, dass die Maßnahmen weiter verschärft werden mussten.

Wann begann der zweite Lockdown und welche Maßnahmen wurden verhängt?

Am 13. Dezember 2020 gab die Bundesregierung neue Maßnahmen gegen das Coronavirus bekannt. Die neuen Beschlüsse sollten zunächst bis zum 10. Januar gelten, wurden aber mehrere Male verlängert. Folgendes haben Bund und Länder für den weiterhin andauernden zweiten Lockdown in Deutschland beschlossen: 

  • Private Zusammenkünfte werden auf zwei Haushalte mit maximal fünf Personen beschränkt.
  • Ab dem 16. Dezember 2020 muss der Einzelhandel bis auf Weiteres schließen.
  • Dienstleistungsbetriebe, wie Friseure bleiben geschlossen, um körperliche Nähe zu vermeiden.
  • Schulen und Kitas bleiben geöffnet, jedoch sollen auch hier Kontakte so gut wie möglich vermieden werden. 
  • Je nach Betrieb werden Arbeitgeber und Arbeitnehmer dazu aufgefordert zu Hause zu bleiben und im Homeoffice zu arbeiten.
  • Gastronomie muss weiterhin geschlossen bleiben und darf nur noch Essen ausliefern. Der Verzehr von alkoholischen Getränken an öffentlichen Plätzen wird untersagt. Die Gastronomie war bereits mit dem Lockdown Light am 2. November 2020 geschlossen worden und befindet sich nunmehr seit einem halben Jahr im Lockdown.

Wie verlief Weihnachten im zweiten Lockdown?

Auch an Weihnachten machte die Bundesregierung die Maßnahmen geltend, um Bürgerinnen und Bürger vor Ansteckung und Ausbreitung des Coronavirus zu schützen. Dennoch wurden auch einige Lockerungen beschlossen, um ein Weihnachtsfest im kleinen Kreis zu ermöglichen. 

So galt für die Weihnachtstage: Im engsten Familienkreis sind Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen erlaubt. Das gilt auch, wenn dadurch mehr als zwei Hausstände zusammenkommen oder die Gesamtzahl von fünf Personen überschritten wird.

An Silvester setzte die Bundesregierung in ganz Deutschland ein Versammlungsverbot, sowie ein Feuerwerksverbot um.

Zweiter Corona-Lockdown 2021 in Deutschland

Am 06. Januar 2021 gab die Bundesregierung den zweiten harten Corona-Lockdown für Deutschland bekannt. Die bislang geltenden Maßnahmen des Lockdown Light wurden verlängert. Neue Schutzmaßnahmen sollten zudem dabei helfen die Inzidenz auf unter 50 Neuinfektionen zu senken. 

Am 19. Januar 2021 wurde erneut bekannt gegeben, den Lockdown in Deutschland bis zum 14. Februar zu verlängern. Nun mussten erstmalig an geschlossenen, öffentlichen Orten, wie Geschäften oder dem öffentlichen Nahverkehr medizinische Masken, wie die FFP2-Maske oder OP-Masken getragen werden. Alltagsmasken sind laut den Bestimmungen der Bundesregierung an diesen Orten nun nicht mehr ausreichend. Schulen und Kitas wurden erneut geschlossen, sowohl der Unterricht, als auch berufliche Tätigkeiten finden im Homeoffice statt.

Am 26. Januar 2021 werden zudem neue Regelungen zur Ein- und Ausreise in Deutschland beschlossen: 

  • Aus einem Risikogebiet Anreisende müssen bis 48 Stunden nach Ankunft einen negativen Corona-Test nachweisen.
  • Einreisende aus Risikogebieten mit Virus-Mutationen oder besonders hohen Inzidenz-Werten müssen schon vor der Abreise und bei der Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen.

Es gilt auch weiterhin, dass von nicht notwendigen Reisen in Risikogebiete und insbesondere in Virusvarianten-Gebiete dringend abzusehen ist.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden grundsätzlich bis zum 7. März 2021 verlängert und die bisherigen Regeln gelten weiterhin. Trotzdem gibt die Bundesregierung eine erste Öffnungsstrategie bei sinkenden Inzidenz-Werten bekannt. 

Zweiter Corona-Lockdown an Ostern 2021

In den folgenden Wochen des März 2021 wollte die Bundesregierung rasch aus dem zweiten Lockdown. Schnelltests und Selbsttests sollten nebst Impfungen dafür sorgen, die Maßnahmen schnellstmöglich wieder aufzuheben. Dennoch stiegen die Infektionszahlen weiter an. Bund und Länder beschlossen daraufhin Ruhetage für die Osterfeiertage, um durch eine Reduzierung der Kontakte die dritte Welle zu durchbrechen. Der Ruhetag wurde allerdings kurz vor Ostern durch Bundeskanzlerin Merkel zurückgenommen. Die bisherige Maßnahmen des zweiten Corona-Lockdown in Deutschland bleiben aktuell bis zum 18. April 2021 bestehen

Wann endet der zweite Corona-Lockdown in Deutschland?

Noch ist nicht klar, wann der zweite Lockdown gänzlich enden wird. Einige Bundesländer versuchen sich bereits an Lockerungen, doch die Infektionszahlen und ein hoher Inzidenzwert lassen ein Ende des zweiten Lockdowns und der Corona-Maßnahmen bisher noch nicht zu.

Ministerpräsident Armin Laschet sprach sich zuletzt für einen Brückenlockdown aus - sozusagen ein Lockdown im Lockdown.

Was ist ein Brückenlockdown?

Armin Laschet verfolgt mit seinem Vorschlag eines Brückenlockdowns einen kurzen und harten Lockdown, um Kontakte nochmals drastisch einzuschränken. Durch diesen kurzen, harten Lockdown, soll das Infektionsgeschehen durchschlagen werden, wodurch die Infektionszahlen sinken könnten. Kontakte könnten noch weiter eingeschränkt werden, während möglichst viele Deutsche geimpft werden sollen. Berücksichtigt man die aktuelle Impfgeschwindigkeit in Deutschland, dürfte ein kurzer allerdings schwierig umzusetzen sein

Mehr zum Thema: An welchem Datum war der erste Lockdown in Deutschland und wann endete er? Ein Überblick des ersten Lockdowns in Deutschland.

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