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Corona-Medikament Spahn plant Beschaffung der neuen Corona-Pille Paxlovid

Der Arzneimittelhersteller Pfizer hofft darauf, dass seine experimentelle Corona-Pille mit dem Namen Paxlovid zeitnah die Markteinführung schafft. Quelle: dpa

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat mit einer Untersuchung des Corona-Medikaments Paxlovid begonnen. Und Jens Spahn will schnell sein: Das Gesundheitsministerium plant nun bereits eine zentrale Beschaffung der Corona-Pille.

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Das Bundesgesundheitsministerium plant eine zentrale Beschaffung des neuen Corona-Medikaments Paxlovid von Pfizer. „Das BMG steht mit der Firma Pfizer zu einer möglichen Beschaffung des antiviralen Arzneimittels Paxlovid in Kontakt“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) der WirtschaftsWoche. 

Das Ministerium erwarte „in Kürze“, dass der Pharmakonzern eine Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) beantrage. Von der EMA ist derweil zu hören, dass sie mit einer Untersuchung des Covid-19-Medikaments Paxlovid des Herstellers Pfizer begonnen hat, um Ländern einen frühzeitigen Einsatz noch vor einer Marktzulassung zu ermöglichen. Dazu wird sie vorhandene Daten von Tests mit dem Medikament bei Erkrankten mit dem Risiko eines schweren Verlaufs auswerten.

In welchen Mengen und zu welchem Preis der Bund das Medikament beschaffen könnte, steht nach Angaben des Ministeriums noch nicht fest. Nähere Angaben dazu „können derzeit nicht gemacht werden“, sagte ein Sprecher. Beschaffungsverfahren könnten aber zur „Sicherstellung der Versorgung“ beschleunigt werden, wenn „die Qualität des Arzneimittels gewährleistet“ sei und „ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis zur Vorbeugung oder Behandlung der jeweiligen Erkrankung“ erwartet werde.

Paxlovid ist eine antivirale Pille, die oral eingenommen wird. Jüngste klinische Studien zu dem Medikament hätten eine „überwältigende Wirksamkeit“ gegen schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle gezeigt, erklärte Pfizer-Chef Albert Bourla kürzlich. Dies verdeutliche, dass oral einzunehmende antivirale Therapien eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Covid-19 spielen könnten.

Die US-Regierung kündigte bereits am Donnerstag die Beschaffung von Paxlovid an: Zehn Millionen Dosen wurden bei Pfizer für 5,3 Milliarden US-Dollar (4,7 Milliarden Euro) gekauft, teilten die Regierung und der Pharmakonzern mit. Die Auslieferung soll nach einer Notfallzulassung durch die zuständige Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) noch in diesem Jahr beginnen.

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    Biden hofft auf „weitere entscheidende Waffe“ 

    Das Medikament solle für Amerikaner „einfach erhältlich und kostenlos“ sein, erklärte US-Präsident Joe Biden. „Diese Behandlungsmethode könnte eine weitere entscheidende Waffe in unserem Arsenal sein, um den Weg aus der Pandemie heraus zu beschleunigen“, erklärte Biden. Es gelte aber weiter, dass Impfungen das beste Mittel seien, um die Pandemie einzudämmen, betonte er.

    Anfang des Jahres hatte das Bundesgesundheitsministerium bereits monoklonale Antikörper-Mittel für rund 400 Millionen Euro beschafft, um COVID-19-Erkrankten „mit dem Risiko eines schweren Verlaufes“ therapieren zu können. Von den Insgesamt 190.000 Dosen sind bisher allerdings erst 7.600 Dosen verschrieben worden, erklärte ein Sprecher. Noch weniger dürften auch tatsächlich verabreicht worden sein. Intensivmediziner hatten die geringe Nachfrage im Sommer mit „erheblichen logistischen Problemen“ begründet.

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    Nun drohen die Chargen zu verfallen. Etwa 66.0000 Einheiten Casirivimab/Imdevimab seien inzwischen an insgesamt elf Staaten gespendet beziehungsweise als Spende zugesagt worden, erklärte der BMG-Sprecher. Die Chargen von Bamlanivimab seien nur noch bis Ende November 2021 haltbar, von Etesevimab bis April 2022. „Eine mögliche Vernichtung der Arzneimittel nach Ablauf des Verfalldatums wird geprüft“, sagte der Ministeriumssprecher. Im November sei aber „die Nachfrage nach den monoklonalen Antikörpern stark gestiegen“.

    Mehr zum Thema: Erst der Impfstoff, jetzt die Pille: Warum Pfizer bei Corona alle abhängt

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