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  4. Wissing und der Streit über E-Fuels: Wer wirklich technologieoffen ist, lässt die schlechten Alternativen sterben

Daily PunchE-Fuels: Das Gegenteil von Technologieoffenheit

Bundesverkehrsminister Volker Wissing benennt eine physikalische Tatsache und erntet dafür einen Shitstorm. Warum nur? Die Industrie ist da längst weiter.KOMMENTAR von Stefan Hajek 14.01.2022 - 16:16 Uhr

Wissing sagt, was in den Auto-Konzernen alle wissen, widerspricht damit jedoch dem Wahlkampf-Mantra der FDP.

Foto: Imago

Aua, das saß: Der neue Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) erteilt dem Verbrennungsmotor eine klare Abfuhr: „Wir müssen die (...) Energieträger dort einsetzen, wo sie am effizientesten sind. Das ist im Pkw der E-Antrieb.“ Damit hat Wissing nicht nur in der eigenen Partei viele verstört. Im Wahlkampf hatte die FDP sich vehement für das Gegenteil ausgesprochen: maximale „Technologieoffenheit“. Die Bevorzugung des Elektroantriebs sei falsch, gefährde Arbeitsplätze und Wohlstand, und überhaupt: Freiheit! Man solle doch dem freien Markt, also den Kunden, überlassen, welche Antriebsart sie bevorzugten. Dazu gehörten Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe. Auch aus der Union hagelte es Kritik. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann warf Wissing vor, indirekt „1,8 Millionen Arbeitsplätze“ zu gefährden.

Das ist Wahlkampf-Getöse, so viele hängen längst nicht am Verbrenner. Doch dass ein FDP-Minister sagt, was Wissenschaftler und Ingenieure schon lange wissen, ist hilfreich. Hätte es ein möglicher grüner Ampel-Verkehrsminister getan, wäre die Replik das Narrativ von der Verbotspartei und der staatlichen Regelungswut gewesen. So aber wird offenbar, dass die deutsche Politik in weiten Teilen der Wissenschaft und Wirtschaft hinterher argumentiert: Die nämlich hat sich längst entschieden.

Die Batterie wird in Zukunft die weit überwiegende Mehrzahl der Pkw antreiben, nicht Wasserstoff, nicht synthetische Kraftstoffe. Deren Herstellung braucht denselben, knappen, grünen Strom, mit dem auch E-Autos fahren sollen. Nur leider fünfmal so viel davon, so aufwendig ist die Herstellung des grünen Wasserstoffs und seiner Syntheseprodukte E-Diesel und Benzin. Sie werden außerdem dringend im Flugzeug, Schiff und in der Chemieindustrie gebraucht, wo es anders gar nicht klimaneutral geht.

Wissing hat nur gesagt, was in den Auto-Konzernen alle wissen. Auch, wenn das für viele kontra-intuitiv ist: Das ist kein Verstoß gegen das Gebot der Technologieoffenheit. Im Gegenteil: Echte Technologieoffenheit heißt auch, eine ineffiziente, aufwendige und teure Alternative sterben zu lassen.

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