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Denkfabrik Allensbach-Umfrage: "Familie als soziales Netz völlig unterschätzt"

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Was die Generationen innerhalb der Familien füreinander tun, ist eindrucksvoll. Insbesondere die Großeltern leisten in hohem Maße materielle wie immaterielle Unterstützung. Von den Eltern mit Kindern unter 14 Jahren können 53 Prozent darauf bauen, dass die Großeltern sich regelmäßig an der Kinderbetreuung beteiligen und damit oft erst eine Berufstätigkeit beider Partner – und damit ein zweites Einkommen – ermöglichen. 58 Prozent werden beim Kauf von Kinderkleidung finanziell unterstützt, 32 Prozent bei größeren Anschaffungen. In 40 Prozent der Familien tätigen die Großeltern Geldanlagen für ihre Enkelkinder. Jede sechste junge Familie erhält kontinuierlich finanzielle Hilfe von der älteren Generation.

Umgekehrt unterstützen die Jüngeren ihre Eltern und Großeltern durch Dienstleistungen in Haushalt und Garten, bei Reparaturen, begrenzt auch bei größeren Anschaffungen. Insgesamt laufen die Transfers jedoch primär von der älteren zur mittleren und jüngeren Generation. Die Jüngeren profitieren damit unmittelbar vom Wohlstand der Älteren – und sehen daher die Einkommen und finanziellen Spielräume der Eltern und Großeltern nicht primär unter dem Aspekt des staatlich organisierten Interessenausgleichs, sondern als einen Besitzstand, an dem sie unmittelbar partizipieren.

Für die ältere Generation ist die Familie als soziales Kontaktnetz besonders wichtig, aber auch das Bewusstsein, bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit nicht auf sich allein angewiesen zu sein. Die Familien leisten bei der Pflege von Angehörigen immens viel. Neun Prozent aller Bürger haben pflegebedürftige Angehörige, jeder Fünfte rechnet damit, dass dieser Fall in der eigenen Familie in absehbarer Zeit eintritt. Die Beteiligung der Familie an der Pflege ist das Leitmodell der großen Mehrheit: 65 Prozent halten es für wünschenswert, dass Angehörige so weit wie möglich zu Hause betreut werden.

Die Familie ist eine der wichtigsten Quellen des individuellen Sicherheitsgefühls. Befragt, was zum persönlichen Sicherheitsgefühl beiträgt, nennen 51 Prozent die staatliche Absicherung im Alter, bei Krankheit und Arbeitslosigkeit – aber 76 Prozent die Familie. Dies ist kaum der Nährboden, auf dem sich ein Generationenkonflikt und Verteilungskämpfe entwickeln könnten.

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