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Denkfabrik Ein Plädoyer für die Pkw-Maut

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Besser ist die Maut

In diesen Städten fahren die meisten Autos
Platz 14 - BerlinAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 1.012.467   Einwohner: 3.501.872   Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 289 Quelle: dpa
Platz 13 - HannoverAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 167.627   Einwohner: 523.515   Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 320 Quelle: dpa
Platz 12 - Frankfurt am MainAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 220.476   Einwohner: 679.664   Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 324 Quelle: dpa
Platz 11 - HamburgAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 594.843   Einwohner: 1 .799.144   Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 331 Quelle: dpa
Platz 10 - LeipzigAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 177.716   Einwohner: 525.245     Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 338 Quelle: dapd
Platz 9 - DresdenAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 183.203   Einwohner: 526.395      Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 348 Quelle: dpa/dpaweb
Platz 8 - MünchenAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 483.451   Einwohner: 1.382.273   Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 350 Quelle: obs

Der ADAC möchte die Staus beseitigen, indem aus Steuermitteln mehr Straßen gebaut werden. Aber das wäre so, als würde man den Volkswagen verschenken und als würden die Warteschlangen vor den Werkstoren dadurch eliminiert, dass der Steuerzahler so viele Autos finanziert, bis keiner mehr eines haben will. Das kommunistische Prinzip würde perfektioniert. Besser ist die Maut. Sie verschafft dem Staat Einnahmen zur Beseitigung der Verkehrsengpässe und erhöht die Kapazität der vorhandenen Straßen. Es müssen keine Straßen neu gebaut werden, weil der Verkehr zurückgedrängt und entzerrt wird.

Staus gibt es überall auf der Welt, doch vielerorts ist es gelungen, die Staus durch die Abkehr vom Straßenkommunismus einzudämmen. Die wichtigste Erfolgsmeldung kommt aus London, wo Bürgermeister Ken Livingstone im Jahr 2003 die Straßenmaut durchsetzte. Für einen normalen Pkw kostet dort tagsüber die Fahrt in die City etwa zwölf Euro. Das hat viele veranlasst, vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen. Auch Städte wie Oslo, Bergen oder Singapur haben gute Erfahrungen mit Mautsystemen gemacht. Frankreich, Italien und viele andere Länder verlangen eine Maut für die Benutzung der Autobahnen.

In den USA sind Mautgebühren für Brücken und Tunnel üblich. Überall führt die Maut zu einer Verkehrsumlenkung und damit Entlastung der staugefährdeten Strecken. Eine pauschale Maut in Form einer Autobahn-Vignette wäre ein guter Anfang. Sie würde dazu führen, dass weniger Holländer die deutschen Autobahnen benutzen, um nach Südfrankreich zu kommen. Auch würden mehr Polen mit dem Zug statt dem Auto zur Arbeit nach England fahren. Deutsche würden von der Straße auf die Schiene und in die Luft ausweichen – und manch eine grenzwertige Fahrt würde womöglich gar nicht erst angetreten.

Deutschland



Indes ist eine Pauschalmaut noch zu grob gestrickt. Besser wäre es, ähnlich wie beim Telefon ein System von zeit- und wegstreckenabhängigen Tarifen zu errichten, das den lokalen und temporären Knappheitsverhältnissen Rechnung trägt und teils für den Straßenbau, teils für die Senkung der Kfz-Steuer verwendet wird.

Dann ließe sich der Verkehrsfluss erheblich entzerren. Wer der Maut teilweise ausweichen kann, spart möglicherweise mehr Geld durch die sinkende Kraftfahrzeugsteuer, als er an Mautgebühren aufwenden müsste. Selbst diejenigen, die zeitlich unflexibel sind und unbedingt dann fahren wollen, wenn es auch viele andere wollen, haben insofern Vorteile, als ihre Staukosten fallen.

Das Leben wird vergnüglicher – und es bleibt auch mehr Zeit für den Osterhasen.

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