Der Tag im Liveticker So waren die Wahlen in Brandenburg und Thüringen

Die CDU von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht wird bei der Landtagswahl in Thüringen stärkste Kraft. Zumindest rechnerisch könnte es aber noch für eine rot-rot-grüne Mehrheit reichen.

Live-Ticker zur Landtagswahl in Thüringen und Brandenburg 2014 Quelle: dpa

+++ 06:00 Uhr +++

Auch am morgen nach der Wahl stellt sich die Frage: Rot-Rot-Grün oder doch weiter Schwarz-Rot? Thüringen steht vor einer schwierigen Regierungsbildung. CDU und Linkspartei umwerben den Wahlverlierer SPD. In Brandenburg stellen die Sozialdemokraten weiter den Regierungschef - und können sich ihren Partner aussuchen. Heute beraten die Parteigremien in Berlin, Erfurt und Potsdam über die Ergebnisse und ihre Auswirkungen. Spannend wird es vor allem in Thüringen: Während die Linkspartei mit ihrem Spitzenkandidaten Bodo Ramelow auf den historischen Nachtwechsel drängt, sieht die CDU von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht einen klaren Regierungsauftrag. Sie will den Sozialdemokraten noch im Tagesverlauf Sondierungsgespräche anbieten.

+++ 20:15 Uhr +++

Ein überraschend spannender Wahlabend. Nach den Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg dürfte es vor allem in Erfurt spannend werden. Dort kommt der SPD trotz eines Absturzes auf ihr schlechtestes Ergebnis seit der Wiedervereinigung die Rolle der Königsmacherin zu. Im neuen Erfurter Landtag sind nach Hochrechnungen eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition unter Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) wie auch ein rot-rot-grünes Bündnis unter Führung der Linkspartei rechnerisch denkbar knapp möglich. In Brandenburg kann SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke auswählen, ob er die Koalition mit einer deutlich geschwächten Linkspartei fortsetzt oder die CDU zum Partner nimmt. Die eurokritische AfD zieht zweistellig in beide Landtage ein. Die FDP scheitert indes bei beiden Wahlen an der Fünf-Prozent-Hürde.

+++ 20:00 Uhr +++

AfD - kurzer Spuk oder bleibende Kraft?

Mit breiter Brust sind die Politiker der Alternative für Deutschland (AfD) in diese Landtagswahlen hineingegangen - mit noch mehr Selbstvertrauen kommen sie heraus. Sachsen, Thüringen, Brandenburg: Von 0 auf 3 Landtage binnen 2 Wochen. Und das in Thüringen und Brandenburg jeweils zweistellig. „Man kann es einfach nicht mehr abstreiten, die Bürger dürsten nach einer politischen Erneuerung im Lande“, sagt Parteichef Bernd Lucke am Sonntag, als er vor die jubelnden Parteimitglieder auf der Wahlparty in Potsdam tritt. Und: „Sie dürsten nach dieser Erneuerung, weil sie die Profillosigkeit der Alt-Parteien satt haben.“

Die Höhe des Wahlerfolgs der AfD überrascht viele Beobachter und offenbar auch die etablierten Parteien. Den Erfolg bei der brandenburgischen Landtagswahl schreibt Armin Laschet dem linksgerichteten Wahlkampf der Partei zu. "Ich bestreite, dass die AfD eine Partei rechts von der CDU ist. Wer gegen den Westen, gegen den Euro Stimmung macht, wer mit so einer DDR-Nostalgie spielt, der greift auch durchaus linke Protestthemen auf", sagte der stellvertretende CDU-Parteivorsitzende im phoenix-Interview.

+++ 19:34 Uhr +++

FDP zieht Konsequenzen

Die FDP-Spitze in Brandenburg ist nach dem verheerenden Abschneiden der Liberalen bei der Landtagswahl zurückgetreten. Landeschef Gregor Beyer und sein Stellvertreter, Spitzenkandidat Andreas Büttner, stellten am Sonntagabend ihre Ämter zur Verfügung. „Es ist mehr als billig, die politische Verantwortung zu übernehmen“, sagte Beyer der Nachrichtenagentur dpa. Bis zur Neuwahl eines Landesvorstandes werden er und Büttner die Geschäfte kommissarisch weiterführen.

+++ 19:18 Uhr +++

Wahlbeteiligung

Egal ob Wahlsieger oder -verlierer, eines sollte alle Parteien sorgen: Nach Sachsen ist auch in Brandenburg und Thüringen die Wahlbeteiligung gesunken. Nach ersten Erkenntnissen der ZDF-Wahlforscher haben nur 53 Prozent der Thüringer am Sonntag ihre Stimme abgegeben. Vor fünf Jahren waren es 56,2 Prozent.

In Brandenburg nutzten am Sonntag laut ZDF 50 Prozent der Bürger ihr Wahlrecht. 2009 hatte die Beteiligung an der Landtagswahl noch bei 67 Prozent gelegen - damals wurde allerdings am selben Tag der Bundestag gewählt.

Stimmen zu den Wahlen in Thüringen und Brandenburg

+++ 19:15 Uhr +++

Brandenburg SPD stark

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) lässt nach dem Wahlsieg seiner Partei offen, mit wem er künftig regieren will. „Ich habe heute schon beiden Sondierungsgespräche angeboten“, sagt Woidke mit Blick auf den bisherigen Koalitionspartner Linke und die CDU, die zweitstärkste Kraft wurde. „Meine Einladung steht“, sagte Woidke. Die SPD bleibe führende Kraft in Brandenburg. „Ich freu mich ohne Ende.“ Er wolle das Land wirtschaftlich und mit sozialer Gerechtigkeit weiterentwickeln.

Das sind die Spitzenkandidaten in Brandenburg

+++ 19:01 Uhr +++

AfD in Jubel-Stimmung

Der AfD-Spitzenkandidat bei der Thüringen-Wahl, Björn Höcke, sieht seine Partei klar auf Erfolgskurs. „Ich denke, das ist wirklich eine historische Phase, die wir hier erleben.“

+++ 19:00 Uhr +++

SPD-Spitzenkandidatin Heike Taubert in Thüringen räumt eine schwere Wahlniederlage ihrer Partei. „Wir haben die Landtagswahlen hinter uns und wir müssen feststellen, wir haben ein richtig schlechtes Ergebnis“, so Taubert. Angesichts des engagierten Wahlkampfes der Sozialdemokraten sei das Ergebnis umso schmerzlicher. Trotz der Verluste habe die SPD aber ihr Ziel nicht aufgegeben, in Thüringen mitzugestalten. Personelle Konsequenzen schloss Taubert aus.

Das sind die Spitzenkandidaten in Thüringen

+++ 18:52 Uhr +++

Christine Lieberknecht bleibe wohl Ministerpräsidentin in Thüringen, sagt der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel im ZDF. Das hört sich nach einer Absage an rot-rot-grün an.

+++ 18:50 Uhr +++

Spannung in Thüringen

Nach zweieinhalb Jahrzehnten CDU-Vorherrschaft ist laut ersten Hochrechnungen in Thüringen ein Regierungswechsel zumindest denkbar. Bei der Landtagswahl am Sonntag legte die bisher mit der SPD regierende Union in Thüringen zwar zu, rechnerisch war am frühen Abend aber auch die bundesweit erste rot-rot-grüne Koalition unter Führung der Linkspartei im Bereich des Möglichen. In Brandenburg behauptete sich die Langzeit-Regierungspartei SPD als stärkste Kraft und kann sich aussuchen, ob sie weiter mit der Linken koalieren oder ein Bündnis mit der CDU eingehen will.

Laut ersten ARD-Hochrechnungen ergibt sich derzeit folgende Sitzverteilung: CDU 34, Linke 27, SPD 12, AfD 10, Grüne 5. Dieses Ergebnis spräche mit 46 zu 44 Sitzen für Schwarz-Rot. Die ZDF-Hochrechnung sieht allerdings je 45 Mandate für Schwarz-Rot beziehungsweise Rot-Rot-Grün vor. Damit käme der SPD die Schlüsselrolle zu.

+++ 18:40 Uhr +++

FDP-Chef Christian Lindner empfindet das Abschneiden seiner Partei bei den Wahlen am Sonntag als sehr bedauerlich und schmerzhaft. „Es war für uns spürbar, dass es schwer werden wird in Brandenburg und Thüringen. Das ist für uns kein einfaches Pflaster“, sagte Lindner in Berlin. Er sei aber fest entschlossen, mit der FDP den Wählern weiter ein bürgerliches Angebot zu unterbreiten: „Das klassische Angebot der FDP, das in Deutschland fehlt“, sagte Lindner.

So reagiert die Twitter-Gemeinde

+++ 18:35 Uhr +++

In Brandenburg wird Spitzenkandidat Michael Schierack von CDU-Anhängern gefeiert. "Wir haben klar zugelegt. Rot-Rot hat deutlich verloren", so Schierack.

+++ 18:30 Uhr +++

Die Zahlen geben der AfD ordentlich Rückenwind. Alexander Gauland, Spitzenkandidat in Brandenburg, blickt bereits in die Zukunft. „Auf zur Wahl in Hamburg und Bremen. Wir sind in der deutschen Politik angekommen und es wird uns daraus keiner mehr verdrängen.“

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