Deutsche Wirtschaft in Hochstimmung Ifo-Index legt weiter zu

Ob der kalte Winter in den USA oder die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten der Schwellenländer: Gründe für eine leichte Stimmungsverschlechterung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft gäbe es genug. Doch der Ifo-Index steigt erneut.

Wo der Urlaub für Deutsche am günstigsten ist
Am teuersten ist es für deutsche Touristen in Norwegen und der Schweiz: hier ist der Euro nur noch etwas mehr als die Hälfte wert (0,65 in Norwegen und 0,67 in der Schweiz). Luxuriöse Hotels, ausschweifende Mahlzeiten und Shoppingtouren sind hier nur für gut gefüllte Portemonnaies drin. Günstiger wird es dagegen in den folgenden Ländern: Info: Gemessen wurde die Kaufkraft des „deutschen“ Euro an der Kaufkraft in den verschiedenen Ländern mit einem festgelegten Warenkorb der OECD beziehungsweise der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Quelle: welt.de Quelle: dpa
Platz 10: SpanienIm begehrten Urlaubsland Spanien kommen die Deutschen nur wenig günstiger weg. Für ihren Warenkorb hätten sie zu Hause das 1,05-fache gezahlt. Quelle: AP
Platz 9: PortugalIm Süden Europas hat der „deutsche“ Euro durch die Krise an Kaufkraft gewonnen. In Portugal können Deutsche für einen Euro Waren und Dienstleistungen für 1,23 Euro kaufen. Quelle: dpa
Platz 8: GriechenlandGanz nah an Portugal liegt Griechenland: Hier bekommen Deutsche das 1,25-fache für ihr Geld. Der Hauptgrund sind harte Einschnitte bei den Gehältern. Quelle: dpa
Platz 7: Kroatien / TürkeiZum Shoppen in die Türkei oder nach Kroatien: Hier bekommen Deutsche immerhin das 1,43-fache für ihr Geld. Quelle: AP
Platz 6: Ungarn / ThailandWer aus einem Euro das 1,64-fache herausschlagen will, sollte nach Thailand reisen – oder, wer nicht weit fliegen will und es weniger exotisch mach, nach Ungarn. Die Länder liegen gleichauf in Sachen Kaufkraftvergleich. Quelle: dpa
Platz 5: MexikoSchöne Strände oder die historischen Stätten der Azteken locken nach Mexiko. Dort bekommen Deutsche das 1,67-fache für ihr Geld. Quelle: REUTERS
Platz 4: PolenDeutsche brauchen gar nicht weit zu reisen, um in den Genuss einer höheren Kaufkraft zu kommen: Polen lockt mit günstigen Preisen. Für die gleichen Waren würde in Deutschland das 1,75-fache fällig. Quelle: dpa
Platz 3: RusslandAuch in Russland können Deutsche sprichwörtlich den Rubel rollen lassen. Eine ausgiebige Shoppingtour kommt sie hier um das 2,08-fache günstiger als zu Hause. Mit dem russischen Rubel ging es in den vergangenen zwei Monaten 5,5 Prozent bergab. Quelle: dpa
Platz 2: SüdafrikaDen Traum von einer Safari und wilden Tieren zum Anfassen kann man sich im Süden des Kontinents erfüllen – die Kaufkraft des „deutschen“ Euro liegt bei 2,63. Seit Ende Mai hat der südafrikanische Rand fünf Prozent an Wert verloren, seit Jahresanfang sogar mehr als 13 Prozent. Quelle: dpa
Platz 1: IndienUrlauber können sich in Indien so richtig verwöhnen lassen. Die Kaufkraft des Euro liegt hier bei 3,13 – in Deutschland müsste also mehr als das dreifache bezahlen. Die Indische Rupie hat seit Ende Mai um zehn Prozent abgewertet. Wellnesshotels und entspannenden Ayurveda-Massagen rücken so auch für klamme Urlaubskassen in greifbare Nähe. Quelle: dpa/dpaweb

Die deutschen Unternehmen bleiben in bester Stimmung. Weder die Turbulenzen an den Finanzmärkten der für die heimische Wirtschaft wichtigen Schwellenländer noch der kalte Winter in den USA können die Laune in den Chefetagen trüben. Zwar blicken die Firmen etwas weniger zuversichtlich auf die kommenden Monate. Die Bewertung ihrer aktuellen Lage fällt aber so positiv aus, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex insgesamt entgegen der Erwartung der meisten Experten im Februar erneut gestiegen ist.

Das wichtige Stimmungsbarometer kletterte im zweiten Monat des Jahres von 110,6 auf 111,3 Punkte. Höher stand der Ifo-Index zuletzt im Juli 2011. Fachleute hatten eigentlich mit einem kleinen Rückgang um 0,1 Punkte gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft behauptet sich in einer wechselhaften Großwetterlage“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Montag in München. „Die aktuelle Geschäftslage ist von den Unternehmen deutlich besser bewertet worden als im Vormonat.“ Der Wert für die Erwartungen trübte sich leicht von 108,9 auf 108,3 ein.

Die gute Stimmung zeige, dass die Unternehmen darauf bauen, dass Deutschland in diesem und im kommenden Jahr deutlich kräftiger wächst als in der zurückliegenden Zweijahresperiode, sagte der Chefvolkswirt der KfW, Jörg Zeuner. Zugleich warnte er jedoch vor Risiken: „Das setzt allerdings voraus, dass die Finanzmarkt-Turbulenzen in den Schwellenländern nicht eskalieren - was im Extremfall die globale Erholung beschädigen könnte und für die deutsche Exportwirtschaft genauso dämpfend wäre wie ein ernsthafter Rückschlag in Europa.“

Bisher ist davon wenig zu spüren, die deutsche Wirtschaft zeigt sich zum Jahresstart in robuster Verfassung. Aber auch Christian Schulz, Konjunkturexperte der Berenberg Bank betonte, dass Deutschland nicht gänzlich immun gegen die Schwierigkeiten sei, die sich derzeit in vielen wichtigen Schwellenländern zeigten. Dies lasse sich an den gesunkenen Erwartungen ablesen. Zugleich könne Deutschland allerdings auch auf eine stabile Binnenkonjunktur setzen. Treiber für den Stimmungsaufschwung sei die Bewertung der aktuellen Lage.

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Allem Auf und Ab zum Trotz hält sich der Ifo-Index nun bereits seit März 2010 über der Marke von 100 Punkten. Den letzten kleinen Rückgang hatte er im Oktober des vergangenen Jahres verzeichnet. Erst nach drei Veränderungen in eine Richtung sprechen Volkswirte von einer möglichen Trendwende. Der Ifo-Index wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt. Seinen bislang höchsten Stand erreichte er im Februar 2011 bei einem Wert von 115,1 Punkten. Im März 2009 lag der bisherige Tiefstand bei 84,5 Punkten.

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