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Deutscher Gewerkschaftsbund Regierung muss Leiharbeit begrenzen

Der massive Missbrauch von Leiharbeit muss eingedämmt werden, forderte Reiner Hoffmann in einem Interview und fordert die Bundesregierung auf, den Einsatz von Leiharbeitern zu begrenzen.

Diese Berufsgruppen arbeiten am meisten
Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer arbeiteten 2015 durchschnittlich 1.657 Stunden Quelle: ZB
ArbeitstageWas sich dagegen viel stärker geändert hat, sind die Tage, an denen gearbeitet wird. Von "Samstags gehört Vati mir" ist in vielen Branchen nichts mehr zu spüren: Im Jahr 2015 arbeitete gut jeder Vierte (26,5 Prozent) ständig oder regelmäßig an Samstagen oder Sonntagen. 20 Jahre zuvor, im Jahr 1996, waren es noch 23,5 Prozent. Bis zum Jahr 2007 war der Anteil auf den bisherigen Höchststand von 27,8 Prozent angestiegen und bis 2015 wieder etwas zurückgegangen. Quelle: dpa
Wohnungsanzeige Quelle: dpa
Ein junger Mann liest kleinen Kindern etwas vor Quelle: dpa
Zwei Männer putzen Fenster Quelle: dpa/dpaweb
Zwei Frauen richten ein Bett in einem Hotel Quelle: dpa/dpaweb
Ein Mann arbeitet an einer Maschine Quelle: dpa

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, hat die Bundesregierung aufgefordert, den Einsatz von Leiharbeitern in Betrieben zu begrenzen. „Der massive Missbrauch von Leiharbeit muss eingedämmt werden“, forderte er im „Tagesspiegel am Sonntag“. Wenn ein Unternehmen Leiharbeiter einsetze, um Auftragsspitzen abzufedern, habe er nichts dagegen. „Aber wenn Leiharbeit zum Lohndumping genutzt wird, wehren wir uns. Wenn Betriebe 20 Prozent Leiharbeiter oder mehr beschäftigen, stimmt etwas nicht. Wir erwarten, dass der Gesetzgeber das deckelt.“

Die größten Arbeitskräfteverleiher in Deutschland 2013

Außerdem sprach sich der DGB-Chef für ein „neues Humanisierungsprogramm in der Arbeitswelt“ aus. „Wir müssen Arbeit wieder so gestalten, dass Arbeitnehmer länger gesund durchs Berufsleben kommen.“ In den 70er Jahren sei es darum gegangen, Belastungen durch Lärm, Last und Staub zu reduzieren. „Heute gibt es andere Belastungsfaktoren. Arbeitszeiten sind zu starr, Wissen veraltet schneller, wir müssen Belastungen durch Stress verringern“, sagte Hoffmann. Von der Bundesregierung erwarte er, dass sie arbeitswissenschaftliche Forschungs- und Aktionsprogramme auflege. „Kleine und mittlere Betriebe bekommen so einen Wandel nicht alleine gestemmt, sie brauchen Hilfe.“

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