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Deutscher Industrie- und Handelskammertag Wirtschaftsverband fordert kürzere Wartezeiten auf Visa für Fachkräfte

In wenigen Monaten tritt das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz in Kraft. Bisher aber warten Bewerber im Ausland oft monatelang auf einen Termin bei deutschen Auslandsvertretungen.

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Berlin Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat kürzere Wartezeiten auf Visa für Fachkräfte gefordert. Die Bundesregierung müsse zügig die Voraussetzungen für eine verstärkte Anwerbung ausländischer Fachkräfte schaffen. „Für die hiesigen Betriebe kommt es nun darauf an, dass es ab 2020 wirklich beschleunigte Verfahren bei der Anwerbung von Fachkräften aus dem Nicht-EU-Ausland gibt“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Dazu müsse die Bundesregierung unter anderem das Personal in den Auslandsvertretungen deutlich aufstocken. „Ziel muss es sein, die Wartezeiten für einen Termin und zur Visa-Erteilung, die bislang bei bis zu einem Jahr liegen, auf wenige Wochen zu verringern.“

Die deutsche Wirtschaft setze auf das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz, das 2020 in Kraft tritt. „Es gibt etwa 1,5 Millionen offene Stellen in Deutschland“, sagte Schweitzer. „Wir verfügen im Ausland mit den Auslandshandelskammern über ein sehr gutes Netzwerk und unterstützen damit die Bundesregierung bei der Gewinnung ausländischer Fachkräfte. Deutsche Unternehmen müssen sich im internationalen Konkurrenzkampf um Fachkräfte nicht verstecken.“

Der Fachkräftemangel sei für die deutschen Unternehmen nach wie vor eine große Herausforderung. Branchen, die besonders suchten, seien etwa Gesundheitsdienstleister, Logistiker sowie das Baugewerbe. Dasselbe gelte für IT-Spezialisten.

Im Juni hatte der Bundestag ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz beschlossen. Diese soll qualifizierten Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten den Weg nach Deutschland ebnen. Geplant sind Visa-Erleichterungen für Fachkräfte. Außerdem soll die Beschränkung auf Engpassberufe entfallen wie die Vorrangprüfung, bei der untersucht wird, ob auch Deutsche oder andere EU-Bürger für eine Stelle infrage kommen. Wer Deutsch kann und ausreichend qualifiziert ist, soll auch zur Jobsuche für bis zu sechs Monate kommen dürfen.

Wie aus einem im März vorgelegten DIHK-Arbeitsmarktreport hervorging, haben trotz einer schwächeren Konjunktur fast die Hälfte der Unternehmen Probleme, offene Stellen zu besetzen. Die Firmen bräuchten aber gut qualifizierte Fachkräfte, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Inzwischen sei mehr als die Hälfte der Betriebe grundsätzlich interessiert, Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland einzustellen. Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks hatte gesagt, Ziel müsse sein, die Zahl der Ausländer, die aus Ländern außerhalb der EU nach Deutschland kommen, von aktuell knapp 40 000 klar in den „sechsstelligen Bereich“ zu heben, das sei aber kurzfristig kaum zu erreichen.

Mehr: So kämpft die Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller um Fachkräfte

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