Deutschland Höchste Asylbewerberzahl seit zwanzig Jahren

200.000 Asylanträge - damit rechnet Bundesinnenminister Thomas de Maizière für dieses Jahr. Es ist der höchste Stand seit Anfang der 90er Jahre. Die aktuelle Debatte: Wie viele Flüchtlinge kann Deutschland aufnehmen?

Höchste Asylbewerberzahl seit zwanzig Jahren in Deutschland. Quelle: dpa

Die Zahl der Asylanträge steigt dieses Jahr nach Einschätzung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf den höchsten Stand seit zwanzig Jahren. Der CDU-Politiker sagte der „Bild am Sonntag“: „Insgesamt rechne ich in diesem Jahr mit rund 200.000 Asylanträgen. Das wären circa 70.000 mehr als im vergangenen Jahr und die höchste Zahl seit Anfang der 90er Jahre.“ Seit dem Beginn des syrischen Bürgerkrieges habe Deutschland allein 50.000 Flüchtlinge und Asylbewerber aus Syrien aufgenommen.

Vor diesen Problemen stehen die Zuwanderer
Teilnehmer eines Kurses "Deutsch als Fremdsprache" Quelle: dpa
Eine Asylbewerberin wartet in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung in Berlin Quelle: dpa
Eine Frau sitzt in einem Flüchtlingsheim in einem Zimmer Quelle: dpa
Ein Flüchtling sitzt vor einer Gemeinschaftsunterkunft der Asylbewerber Quelle: dpa
Verschiedene Lebensmittel liegen in der Asylunterkunft in Böbrach (Bayern) in Körben Quelle: dpa

Der Minister regte eine Debatte darüber an, wie viele Flüchtlinge Deutschland aufnehmen kann - auch als reiches Land. Im vergangenen Jahr hätten in Europa knapp 435.000 Personen einen Asylantrag gestellt, davon fast 30 Prozent in Deutschland. „Das ist deutlich mehr als wir aufnehmen müssten, egal welchen Verteilschlüssel man zugrunde legt.“

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De Maizière forderte, künftig nur wirklich Schutzbedürftige aufzunehmen. „Wer politisch nicht verfolgt ist und keines Schutzes bedarf, der kann kein Asylrecht bekommen und muss unser Land wieder verlassen.“ Dies sei in der Regel bei Menschen aus dem West-Balkan der Fall, sie dürften „das Asylsystem nicht weiter belasten“. Konkret bedeute das: „Wir müssen bei denen, die hier unter keinem Gesichtspunkt bleiben dürfen, das Instrument der Abschiebung wieder praktikabel machen.“

Der Minister sagte weiter, gut 20 Prozent der Antragsteller in diesem Jahr kämen aus Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina. Alle seien aber ganz klar sichere Herkunftsländer.

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