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Deutschland Schuldenquote sinkt bis 2016 auf 73 Prozent

Dank sprudelnder Steuereinnahmen können Bund, Länder und Gemeinden hierzulande ihre Haushaltsdefizite abbauen.

Wo die meisten Schuldner leben
10. LübeckDie Hansestadt mit ihren rund 210.000 Einwohnern lebte jahrzehntelang von der Schwerindustrie. Inzwischen sind Firmen wie das „Hochofenwerk Lübeck“ oder die „Flender-Werke“ längst Opfer des Strukturwandels geworden. Die Arbeitslosenquote betrug im September 2012 9,8 Prozent – und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt Schleswig-Holsteins von 6,5 Prozent. Im Jahr 2011 betrug die Schuldnerquote in Lübeck laut Creditreform 15,19 Prozent, das heißt: Rund jeder siebte Bürger der Hansestadt kann seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Quelle: AP
Wiesbaden, 9. Platz: Die Landeshauptstadt Hessens liegt in der Rangliste der Städte mit der höchsten Schuldnerquote überraschend auf Platz 9. In der zweitgrößten Stadt Hessens wohnen rund 280.000 Menschen, davon 17 Prozent Ausländer. Wiesbaden zählt zu Städten mit der höchsten Kaufkraft. Im Durchschnitt beträgt diese pro Bürger 22.400 Euro. Doch während die einen besonders viel Geld zum Ausgeben haben, haben die anderen besonders wenig. 15,22 Prozent der Wiesbadener über 18 Jahre überschuldet, das heißt mehr als jeder sechste, über 34.700 Wiesbadener, können in den nächsten Monaten und Jahren ihre Schulden nicht mehr begleichen. Quelle: dapd
8. GelsenkirchenDie Ruhrgebietsstadt – das Armenhaus des Ruhrgebiets – hat mit dem Strukturwandel zu kämpfen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 14,6 Prozent. 30.070 Privatpersonen sind in Gelsenkirchen überschuldet. Das sind 15,4 Prozent der Einwohner. Quelle: AP
7. NeumünsterNeumünster hat knapp 77000 Einwohner, doch es könnten weniger werden. Nachdem die Bundeswehrkasernen geschlossen wurden, haben auch wichtige Unternehmen den Standort verlassen. Die jüngeren Leute ziehen nach der Schule weg. Die Arbeitslosenquote liegt bei 10,5 Prozent, weiter über die Quote des Bundeslandes Schleswig-Holsteins, von 6,5. Die Verschuldungsquote liegt laut Creditreform-Schuldneratlas 2011 bei 15,61 Prozent. Quelle: dpa
6. KasselDie wichtigsten Unternehmen kommen aus der Maschinen- und Fahrzeugbau. Der Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann produziert hier. Trotzdem schlägt die Documenta-Stadt mit 195 530 Einwohnern die landesweiten Arbeitslosenquote um Längen: 9,5 Prozent statt 5,5 Prozent. Die Verschuldung liegt laut Creditreform bei 15,84 Prozent. Quelle: dpa
5. Halle (Saale)Sachsen-Anhalt verfügt über eine hohe Arbeitslosenquote: 10,8 Prozent. Doch in Halle gibt es mehr Menschen ohne Arbeit - nämlich 12,3 Prozent. 232 693 Einwohner leben hier - 16,17 Prozent sind laut Creditreform verschuldet. Quelle: dpa
4. Offenbach am MainDie Nähe zur deutschen Finanzmetropole wirkt trügerisch. Offenbach (122 000 Einwohner) hat eine relative niedrige Arbeitslosenquote (5,3 Prozent sind arbeitlos, Hessenweit sind es 5,5), doch der Prozentteil der Schuldner ist hoch - 16,93 Prozent der Bevölkerung haben ihre Finanzen nicht im Griff. Quelle: dpa/dpaweb

Mitten in der schweren Euro-Schuldenkrise meldet sich Deutschland mit vergleichsweise stabilen Haushaltskennzahlen. Nach einem Treffen des Stabilitätsrates, bei dem Bund und Länder regelmäßig über ihre haushaltwirtschaftliche Lage beraten, berichtete Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) von einer „erfreulichen Entwicklung“.

Schäuble sagte voraus, dass die Staatsschuldenquote von derzeit 81 Prozent bis 2016 auf 73,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sinken werde. In diesem Jahr soll das laufende Defizit noch bei 0,5 Prozent des BIP liegen, im kommenden Jahr rechnen die Finanzminister von Bund und Ländern mit einem insgesamt ausgeglichenen Staatshaushalt.

Der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD) bewertet die positive Entwicklung der öffentlichen Haushalte mit Vorsicht. Es bestünde keinerlei Spielraum für weitere Steuersenkungen, „vielmehr müssen sich die in den letzten Jahren verursachten Finanzlücken erst wieder auswachsen“, sagte Kühl. Im Übrigen könnten die Steuereinnahmen bei schlechter Konjunktur auch wieder zurückgehen.

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Davon kann in diesem Jahr indes keine Rede sein. Vielmehr rechnen Steuerexperten mit einem neuen Rekordaufkommen von über 600 Milliarden Euro. Im nächsten Jahr könnten es sogar schon 630 Milliarden Euro werden.

Bei solch sprudelnden Einnahmen saniert sich fast jeder Haushalt von selbst.

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