Die Linke Expertengruppe soll Sexismus-Vorwürfe in der Linkspartei aufarbeiten

Anwälte und Anti-Gewalt-Experten sollen die Berichte zu Übergriffen aus der Partei untersuchen. Die Partei müsse an ihrer Kultur arbeiten, so Linken-Chefin Wissler.

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Die Parteichefin der Linken hat über den Sexismus-Skandal bereits ihre Co-Vorsitzende verloren. Quelle: dpa

Die Linkspartei arbeitet nach Angaben ihrer Vorsitzenden Janine Wissler intensiv an der Aufarbeitung der Vorwürfe zu sexuellen Übergriffen in den eigenen Reihen. In dieser Woche werde die vom Parteivorstand versprochene externe Expertengruppe zur Aufarbeitung der Vorfälle ihre Arbeit aufnehmen, sagte Wissler am Montag in Berlin.

Es sei gelungen, dafür „professionelle, qualifizierte Menschen zu gewinnen, die sich dieser Sache annehmen werden“. Dabei gehe es um die Aufklärung bekannter Fälle und auch um eine Stelle zum Umgang mit künftigen Ereignissen.

Die Partei müsse und wolle an ihrer Kultur arbeiten, versprach Wissler. „Wir sind eine feministische Partei, und diesem Anspruch wollen wir gerecht werden durch eine Struktur und eine Kultur in der Partei, in der sich Frauen wohlfühlen.“

Der Parteivorstand hatte vor knapp zwei Wochen die „Einrichtung einer unabhängigen Beratungsstruktur“ mit Anwälten und Anti-Gewalt-Experten für die Aufklärung von Sexismus und sexuellen Übergriffen innerhalb der Partei beschlossen.

Dem vorausgegangen war der überraschende Rücktritt von Linken-Co-Chefin Susanne Hennig-Wellsow, die diesen Schritt unter anderem auch mit dem parteiinternen Umgang mit Sexismus und Übergriffen begründet hatte.

Linke: Berichte über bundesweite Übergriff-Vorwürfe

Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ an Ostern über entsprechende Vorwürfe gegen Mitglieder des hessischen Landesverbands berichtet. Demnach ging es unter anderem um mutmaßliche Grenzüberschreitungen, Fälle von Sexismus und Machtmissbrauch. Wenig später gab es Berichte über bundesweite Vorfälle von sexuellen Übergriffen – die unter anderem die Jugendorganisation Linksjugend Solid öffentlich machte.

Vor einigen Tagen beklagte die Bundestagsabgeordnete Martina Renner im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) übergriffiges Verhalten auch innerhalb der Bundestagsfraktion.

Parteichefin Wissler versicherte, auch diese Vorwürfe ernst zu nehmen. „In allen Strukturen und Ebenen der Partei und Fraktion“ müssten die Vorfälle auf den Tisch und konkret angeschaut werden.

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