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Diebstahl von Lkw-Ladung FDP spricht von „Milliardenschäden durch Planenschlitzer“

Ein Schnitt in der Plane eines Lkw an der Autobahn 14. Foto: Zentralbild/Polizei Sachsen-Anhalt/dpa Quelle: dpa

Der Diebstahl von Lkw-Ladungen auf Raststätten nimmt zu. Doch bei der Lösung des Problems verweist Bundesregierung auf die EU. Dabei gibt es hierzulande erste Erfolge.

Die FDP fordert von der Bundesregierung mehr Engagement im Kampf gegen Diebstähle von Lkw-Ladungen. „Es mangelt an sicheren Lkw-Parkplätzen in Deutschland“, kritisiert Oliver Luksic, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag. „Konsequenz sind Milliardenschäden durch Planenschlitzer.“

Luksic hatte die Bundesregierung gefragt, wie sie sichere Parkplätze schaffen wolle – und eine eher ausweichende Antwort bekommen. Auf EU-Ebene arbeite eine Expertengruppe „der Einführung eines EU-weiten Standards“ für sichere Lkw-Parkplätze, heißt es in der Antwort des Verkehrsministeriums, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Diese Lösungsvorschläge der EU-Experten liegen allerdings bereits seit einem Jahr in Form einer Studie vor. FDP-Politiker Luksic fordert deshalb, „die Vorschläge der Expertengruppe gezielt umzusetzen, statt weiter Zeit verstreichen zu lassen“.

Dass sich die EU-Kommission diesem Thema befasst hat einen Grund: Ladungsdiebstähle sind kein rein nationales Problem. Überall im Wirtschaftsraum Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) wurde 2018 deutlich mehr Ladung als gestohlen gemeldet als im Vorjahr 2017. Zu dieser Einschätzung kommt die Industrievereinigung Transported Asset Protection Association (TAPA). Sie registrierte im einen Anstieg der Frachtdiebstähle um 38,2 Prozent auf 3981 Fälle – der Großteil davon in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland.

Auch Wirtschaftsverbände fordern deshalb schnelle Lösungen. Frachtraub und Ladungsdiebstahl müsse „als eigenständiges kriminalistisches Phänomen“ eingestuft werden, um mit mit dem Aufbau „spezialisierter polizeilicher Präventions- und Repressionsstrukturen zu reagieren“, sagt etwa der Hauptgeschäftsführer des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik, Frank Huster. Er verweist auf ein Beispiel, wo engagiertes Handeln zu ersten Erfolgen geführt habe: Die Projektgruppe „Cargo“ des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt, die vor einem Jahr gegründet wurde. Der erste Erfolg: Von Januar bis März 2019 sind Ladungsdiebstähle in Sachsen-Anhalt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 80 Prozent gesunken.

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