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Dreikönigstag der FDP Lindner will Regierungsverantwortung

Lindner betonte in seiner knapp 40-minütigen Rede, Deutschland stehe nach der Pandemie vor einer „Phase der Neugründung“. Er rief dazu auf, die Impulse, die man durch die Erfahrungen in der Pandemie erhalte, zu nutzen, „um unser Land grundlegend zu erneuern.“ Quelle: dpa

FDP-Chef Christian Lindner bekräftigte auf der Dreikönigskundgebung der Partei, dass man der nächsten Bundesregierung angehören wolle. Man habe nach der Ära Merkel Lust auf Gestaltung des Landes.

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Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat das Ziel seiner Partei bekräftigt, bei der Bundestagswahl im Herbst gut abzuschneiden und dann der nächsten Bundesregierung anzugehören. „Wir sind bereit zur Übernahme von Verantwortung für unser Land“, sagte er am Mittwoch bei der Dreikönigskundgebung der FDP in Stuttgart. „Mehr noch: Wir haben Lust auf Gestaltung. Wir haben Lust darauf, nach dem Ende der Ära Merkel am nächsten Kapitel unseres Landes mitzuschreiben.“

Wegen der Corona-Pandemie sprach Lindner vor leeren Rängen im Stuttgarter Opernhaus, in dem sich sonst rund 1400 Liberale am Dreikönigstag zum Start in das politische Jahr versammeln. Die Anhänger der Partei konnten die Veranstaltung diesmal nur im Livestream verfolgen.

Lindner betonte in seiner knapp 40-minütigen Rede, Deutschland stehe nach der Pandemie vor einer „Phase der Neugründung“. Er rief dazu auf, die Impulse, die man durch die Erfahrungen in der Pandemie erhalte, zu nutzen, „um unser Land grundlegend zu erneuern.“

In diesem Wahljahr gehe es um eine Grundsatzentscheidung, sagte der Chef der Freien Demokraten. „Es ist eine Grundsatzentscheidung, ob Sie eher daran glauben, dass die Zukunft unseres Landes in einer neuen Staatsfrömmigkeit besteht, bei der wir alle Entscheidungen an Regierungen abtreten; oder in der Rückbesinnung auf die Freiheitsliebe und den Gedanken der Eigenverantwortung.“ Für diejenigen, die auf die Freiheitsliebe vertrauten, sei die FDP der richtige „Ansprechpartner“.

Mit einer Attacke auf Grüne und CDU hatte Baden-Württembergs FDP-Vorsitzender Michael Theurer das traditionelle Dreikönigstreffen der Liberalen vorher eröffnet. „Wer Impfen und Gentechnik ablehnt, der gehört nicht ins Kanzleramt. Die Grünen sind keine Partei des technologischen Fortschritts“, sagte Theurer am Mittwoch im Opernhaus in Stuttgart. Er warf den Grünen auch vor, sie wollten die deutsche Automobilindustrie zerstören. Dabei seien sie aber nicht allein.

„Die CDU-geführte Bundesregierung mit Bundeskanzlerin Merkel an der Spitze zerstört die deutsche Automobilindustrie durch die einseitige Fokussierung auf batteriebetriebene Elektromobilität und durch Kaufprämien“, sagte Theurer. „Und die CDU-geführte EU-Kommission mit Ursula von der Leyen an der Spitze besorgt den Rest mit Flottengrenzwertbestimmung über die Euro-7-Norm, die praktisch zu einem Aus für den Verbrennungsmotor führt.“

Theurer sprach sich strikt gegen neue Steuern oder Steuererhöhungen aus, um die Milliarden-Ausgaben im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu finanzieren. Er forderte eine Entschädigungsregelung für alle Betriebe, die von den Corona-Maßnahmen betroffen sind. Die Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen kämen nicht an, während Großkonzerne Milliardenhilfen erhielten.

„Wir laufen Gefahr, dass weite Teile des Mittelstandes hinweggefegt werden“, warnte Theurer, der auch stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion ist. „Es kann nicht sein, dass bei Großkonzernen der Bundesadler kommt, aber bei den kleinen und den mittleren Unternehmen der Pleitegeier.“ Hier sei ein Kurswechsel dringend notwendig.

Mehr zum Thema: Die FDP findet ihren eigenen Ton gegen die Coronapolitik der Bundesregierung. Aber sind die eigenen Anhänger vielleicht rechter, als es einer progressiven Oppositionspartei lieb sein kann?

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