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E-Government Deutsche haben kein Vertrauen in Online-Behördendienste

Die Deutschen nutzen immer weniger E-Government-Angebote. Sie sind nicht nur unzufrieden mit dem Service, sondern haben auch Angst um ihre Daten.

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Die Steuererklärung von zuhause aus machen? Das machen in Deutschland bislang nur 36 Prozent der Bürger, neun Prozent weniger als noch 2012. Quelle: AP

Unbekannt und unsicher: So lassen sich die E-Government-Angebote der deutschen Verwaltungsbehörden beschreiben. Jedenfalls, wenn es nach den Bürgern geht. Der E-Government-Monitor 2013 der Initiative D21 und das Institut for Public Information Management (ipima) zeigt, dass Bürger die Online-Angebote von Verwaltung und Regierung schlechter annehmen als noch im letzten Jahr. So nutzt zum Beispiel nur jeder vierte Deutsche die Online-Funktion des neuen Personalausweises. Auch bei politischen Entscheidungen ist die Zahl der Nutzer in Deutschland gesunken.

Insgesamt nutzen nur 36 Prozent der Deutschen E-Government-Angebote, neun Prozent weniger als noch 2012. Die Initiative D21, eine Organisation aus mehr als 200 Unternehmen, hat mit das Nutzungsverhalten von jeweils rund 1000 Menschen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Schweden und den USA abgefragt. Die Befragung zeigt deutlich, dass sich die Bürger seit den Enthüllungen Edward Snowdens kritischer mit dem Thema Datensicherheit auseinandersetzen. In Deutschland gaben 67 Prozent der Befragten an, dass sie sich um die Sicherheit ihrer Daten sorgten. Im vergangenen Jahr waren es nur vier Prozent.

Mehr Medienkompetenz

Gerade Nutzer mit einer geringen Medienkompetenz, zum Beispiel ältere Menschen, wurden von der Debatte um Datensicherheit abgeschreckt, sagt Sabrina Ortmann von der Initiative D21. "Die Medienkompetenz muss erhöht werden, um den Menschen die Angst vor solchen Anwendungen zu nehmen." Gleichzeitig müsse auch die Kompetenz im Umgang mit Online-Angeboten in den Behörden gefördert werden. Das Bundesinnenministerium wirbt daher gezielt in den Kommunen für seine E-Government-Angebote, wie zum Beispiel den elektronischen Personalausweis.

Ein weiteres Problem bei der Akzeptanz von E-Government-Angeboten sehen die Befragten bei der Nutzerfreundlichkeit. Die Ansprüche an die Services seien deutlich gestiegen, so die Autoren der Untersuchung. So kritisierten deutlich mehr als die Hälfte der Deutschen, dass die Verwaltungsangelegenheiten nicht vollständig online abgewickelt werden könnten. Zusätzlich hält die Hälfte der deutschen Nutzer die Strukturen der Angebote für undurchsichtig. "Die Menschen erwarten offenbar ein vergleichbares Niveau an Nutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Gestaltung wie sie es von nichtstaatlichen Angeboten gewöhnt sind", Dr. Petra Wolf, Executive Director bei ipima.

Bitte von Privatunternehmen abkupfern

Zehn Abzocker-Tricks im Internet
Trojaner und Co.Viren, Würmer und Trojaner können erhebliche Schäden auf dem PC anrichten. Beliebt bei Abzockern sind vor allem die Trojanischen Pferde, die vom Nutzer meist unbemerkt auf dem Rechner lauern und sensible Daten wie Passwörter abfangen, mit denen dann Schindluder getrieben werden kann. Wie kann man sich schützen?Bei allen Downloads aus dem Internet ist Vorsicht geboten. Das BSI warnt davor, dass sich in der Flut von Gratis-Programmen und Dateien unzählige Schadprogramme verstecken, die dann den Rechner infizieren. Manche davon verbreiten sich auch über USB-Sticks, weshalb man diese am besten nicht mit anderen austauschen sollte. Bemerkt man die Infektion, sollte man an einem "sauberen" PC umgehend alle wichtigen Passwörter, besonders von Online-Händlern oder Auktionshäusern, ändern. Die Kontoauszüge sollte man in der nächsten Zeit stets kritisch prüfen, da Betrüger an Kontodaten gelangt sein könnten und nun im Namen des Geschädigten Geschäfte tätigen. Quelle: REUTERS
PhishingDas Wort, das wie "Fischen" klingt, ist in aller Munde. Im Prinzip geht es auch genau darum: Abzocker werfen die Angelrute nach Passwörtern aus. Auf gefälschten Internetseiten, die etwa denen von sozialen Netzwerken oder Banken täuschend ähnlich sind, geben ahnungslose Nutzer ihre Daten ein - und sind sie auch schon los. Die Betrüger sind auf Passwörter, persönliche Daten oder Kreditkartennummern aus. Wie kann man sich schützen?Grundsätzlich sollte man bei E-Mails, die etwa scheinbar von der Bank oder einer Firma kommen und die den Empfänger dazu auffordern, seine Daten zu aktualisieren, misstrauisch sein. Diese Mails werden massenhaft verschickt und die Angreifer spekulieren darauf, dass einige der Adressaten tatsächlich Kunde bei dem vorgegebenen Unternehmen ist. Um so einen gefälschten Link zu enttarnen, muss man mit der rechten Maustaste auf den angegebenen Link in der E-Mail klicken und dann "Quelltext anzeigen" auswählen, rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). So kann man erkennen, was sich tatsächlich hinter dem "offiziellen" Link verbirgt. Quelle: dpa/dpaweb
Spam, Spam, SpamSpam- oder auch Junk-Mails sind nicht nur ärgerlich, weil sie den Posteingang zumüllen. Lädt man die Massen-Mails herunter, können dem Nutzer je nach Internet-Anbieter Kosten für den Datenverkehr entstehen. Laut BSI entstehen jedes Jahr Kosten in Milliardenhöhe für Versand, den Zeitverlust fürs Lesen, das Entfernen oder sogar Beantworten des elektronischen Schrotts. Wie kann man sich schützen?Egal wie sehr man sich ärgert, man sollte niemals auf ungewollte Newsletter oder Werbepost antworten - denn die Nachrichten werden oft vollautomatisch an Hunderttausende per Zufallsprinzip erstellte Mailadressen versandt. Reagiert der Adressat auf die unerwünschte Müllpost, zeigt er nur, dass ein realer Nutzer erreicht wurde, und erhält noch mehr Spam. Wird man immer vom gleichen Absender belästigt, kann ein Filter im Mail-Programm helfen, der den Spammer blockiert. Bei extremer Belästigung hilft oft nur noch die Aufgabe der Mail-Adresse und das Erstellen einer neuen - bei der man dann wesentlich vorsichtiger damit umgehen sollte, wo und wem man sie weitergibt. Quelle: AP
Geschenke und GewinnspieleWenn beim Surfen plötzlich ein Browserfenster aufgeht, dass man ein Handy oder gar eine tolle Kamera gewonnen hat, kann man sich doch freuen - oder? Mitnichten! Die Verbraucherzentralen warnen vor solchen vermeintlichen Geschenken, denn es sind nur fiese Köder, die zum Beispiel von den Kosten für das Gewinnspiel ablenken sollen. Oft sind die Betrüger aber auch hier einfach auf die intimen Nutzerdaten aus. Wie kann man sich schützen?Vorsicht bei verlockenden Gewinnspielen und angeblichen Präsenten von Anbietern zweifelhafter Seriosität - denn wer hat schon etwas zu verschenken? Die persönlichen Daten wie Name, Alter, Anschrift, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse landen meist nur bei Adressensammlern, die diese dann in Paketen weiterverkaufen und sich so die Taschen füllen. Das einzige, was sich beim Opfer füllt, ist dann der Anrufbeantworter oder das Mail-Postfach, und zwar mit nerviger, ungewollter Werbung. Im Zweifelsfall also lieber: Finger weg! Quelle: dpa
Betrug per AppSmartphones sind ja sehr praktisch. Auch unterwegs hat man nicht nur ein Telefon, sondern eben auch immer einen Zugang zum Internet dabei. Doch auch bei dieser neuen Spielerei finden natürlich Betrüger Mittel und Wege, um Nutzern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Abzocke per App, also einem kleinen Programm auf dem Handy, nimmt laut Verbraucherzentrale zu. In Spielen oder anderen Anwendungen, die erstmal gratis heruntergeladen werden können, verbergen sich meist kleine Werbebanner, etwa mit Hinweisen auf eine Erweiterung (zum Beispiel: "Hier gibt's neue Level" oder ähnliches). Berührt man die Stelle auch nur aus Versehen, kann das teuer werden, denn oftmals werden so über die Handynummer Käufe oder sogar Abos getätigt, die bis zu 60 Euro pro Monat kosten können. Wie kann man sich schützen?Die Verbraucherzentrale stuft einen Vertrag, der über das bloße Antippen eines Banners zustande kam, als ungültig ein. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit einen Gesetzesverstoß. Geschädigte müssen sich selbst kümmern. Die Verbraucherzentrale rät dazu, den Vertragsabschluss gegenüber dem Mobilfunkprovider und der App-Firma zu bestreiten, und es zu kündigen. Vorbeugend können Smartphone-Nutzer eine sogenannte Drittanbieter-Sperre verhängen, die verhindert, dass dubiose Geschäftemacher über die Handyrechnung Geld einziehen können. Quelle: dapd
Lösegeld-ErpressungLösegeld-Erpressung? Ja, das gibt es auch im digitalen Bereich. Mit sogenannter Ransomeware wird der Rechner infiziert (zum Beispiel per E-Mail-Anhang oder auch per Facebook-Link), und der Nutzer kann auf einmal nicht mehr auf einzelne Dateien, Ordner oder gleich seine ganze Festplatte zugreifen. Für die Freigabe der Daten-Geiseln fordern die Schadprogramme Geld, das per anonymer Überweisung ins Ausland gehen soll. Berühmtheit erlangte der Bundespolizei-Trojaner, der Betroffenen vorgaukelte, eine offizielle Polizeibehörde habe den Rechner verschlüsselt, weil ungesetzliches Material (etwa Kinderpornografie) darauf gefunden worden sei. Wie kann man sich schützen?Alle Programme inklusive Antivirensoftware sollte immer auf dem neusten Stand gehalten werden. Vor allem gegenüber E-Mails von unbekannten Absendern, die Links oder Anhänge enthalten, sollte man misstrauisch sein. Ein beliebter Verbreitungsweg ist auch das soziale Online-Netzwerk Facebook: Hier verbreiten sich die Schadprogramme über Links in automatisch geposteten Videos oder Fragen, die zum draufklicken animieren (zum Beispiel: "Bist du das auf dem Foto?" oder "Total krasses Video!"). Hier heißt es wachsam sein, nachdenken und erst dann klicken. Hat man sich infiziert, sollte man auf keinen Fall zahlen und zudem Anzeige bei der Polizei erstellen. Quelle: dpa
berTeure AbofallenEigentlich wollte man doch nur über eine Website ein paar Gratis-SMS verschicken. Und nun flattert eine astronomische Rechnung ins Haus. Angeblich kostenfrei zu versendende Kurznachrichten oder Spiele, Logos und Klingeltöne, die man sich zu sagenhaft günstigen Preisen herunterladen kann, sind eine beliebte Abofalle. Nutzer übersehen das Kleingedruckte und schließen nichts ahnend ein teures Abonnement ab. Wie kann man sich schützen?Auch wenn es lästig ist: Man sollte auch bei scheinbar kleinen Beträgen für ein Onlinespiel oder vermeintlichen Gratis-Angeboten sehr genau darauf achten, was sich im Kleingedruckten versteckt. Man sollte sich genau durchlesen, welche Leistung verkauft wird und auf Schlagworte wie "wiederkehrende Leistung" achten - denn das ist nichts anderes als ein Abonnement, das richtig teuer werden kann. Quelle: gms

Eine Lösung könnte zum Beispiel der Blick auf private Angebote im Internet bieten. "Die staatlichen Angebote sollten sich an den Anwendungen privater Unternehmen orientieren", sagt Sabrina Ortmann von der Initiative D21. Vor allem online-affine Nutzer wünschten sich häufig mehr Interaktionsmöglichkeiten. Denkbar wäre ein Chat, mit dem der Bürger bei Fragen schnell einen kompetenten Ansprechpartner erreicht.

"E-Government ist in Deutschland bereits seit 2000 eine zentrale Regierungsaufgabe", stellt die IT-Beauftragte der Bundesregierung, Cornelia Rogall-Grothe, auf ihrer Website fest. Mit Blick auf die gestiegenen Ansprüche der Nutzer verweist sie allerdings auf die "gänzlich andere Finanzierungssituation" der staatlichen Stellen. Im Klartext: Verwaltungsbehörden können sich die Entwicklung aufwendiger Services oft nicht leisten.

Weniger Nutzung trotz Gesetz

Ein gutes Beispiel nutzerfreundlicherer Angebote ist laut der Autoren der Studie die "vorausgefüllte Steuererklärung". Darin werden - ähnlich wie bei Online-Bestellformularen privater Anbieter - automatisch die Stammdaten des Nutzers eingetragen. Das spart dem Nutzer Zeit.

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Bundestag und Bundesrat hatten im Juli ein Gesetz beschlossen, das Behörden verpflichtet, die Online-Kommunikation zwischen Bürger und Behörde zu erleichtern. Die Bürger sollen zum Beispiel leichter elektronisch Nachweise erbringen und Verwaltungsgebühren zahlen können. Außerdem sollen Behörden ihre Daten in maschinenlesbarer Form zur Verfügung stellen.

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