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Ehemaliger Finanzsenator Peter Tschentscher zum neuen Hamburger Bürgermeister gewählt

Der Verlegenheitskandidat Tschentscher ist der neue Bürgermeister der Hansestadt. Er folgt auf den jetzigen Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

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Vor seiner politische Karriere arbeitete er als Facharzt im Labor der Hamburger Universitätsklinik. Quelle: dpa

Der bisherige Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) ist neuer Hamburger Bürgermeister. Die Bürgerschaft wählte den 52-Jährigen am Mittwoch erwartungsgemäß zum Nachfolger von Ex-Bürgermeister Olaf Scholz. Seine Nominierung war eine Überraschung. Wohl auch, weil die Favoriten abgesagt hatten.

Tschentscher hat etwas vorzuweisen: Einerseits präsentierte er Haushaltsüberschüsse, andererseits demonstrierte er Sparsamkeit. Jetzt muss er an Profil gewinnen: Über sein Fachgebiet hinaus trat er kaum in Erscheinung – was die FDP-Rathausopposition gleich zu dem Seitenhieb nutzte, Tschentscher habe sich nicht durch Entscheidungsfreude hervorgetan. Dennoch: Wenn Tschentscher in Hamburg für etwas steht, dann wie Scholz für solide Sacharbeit und Wirtschaftskompetenz.

Der nüchterne Stil mit Betonung der Sacharbeit dürfte also bleiben. Anders als Scholz hat Tschentscher allerdings nicht beweisen können, dass er Wahlkämpfe gewinnen kann.

Der 52-jährige gebürtige Bremer markiert keinen wirklich Generationswechsel nach dem nur sieben Jahre älteren Scholz. Eigentlich waren jüngere Kandidaten gehandelt worden – allen voran der 43-jährige SPD-Fraktionschef Dressel. Er hatte sich als kenntnisreicher Universalpolitiker Respekt erarbeitet. Eigentlich galt er in Hamburg bereits als ungekrönter neuer Bürgermeister. Auch die 40-jährige Sozialsenatorin und neue Parteichefin Leonhard galt als mögliche Kandidatin.

Sie wäre die erste Frau an der Spitze der Hansestadt seit der Einrichtung des Bürgermeister-Amts im Jahr 1264 gewesen. Allerdings winkte die Politikerin, die erst 2015 in den Senat gekommen ist, aus ähnlichem Grund wie Dressel rasch ab. Das Amt sei zu zeitintensiv.

Neben dem Kindersitz sei kein Platz für einen Personenschützer, sagte die promovierte Sozial-und Wirtschaftshistorikerin in einem Interview. Wie Dressel stammt auch Leonhard aus der Hamburger Verwaltung – sie leitete bis 2015 eine Abteilung im Stadtmuseum. Sie soll künftig die Hamburger SPD führen.

Tschentscher hingegen kann einen Beruf außerhalb der Stadtverwaltung vorweisen. Er arbeitete zuletzt als Facharzt im Labor der Hamburger Universitätsklinik.

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