Energieversorgung Koalition will Stilllegung von Kohlekraftwerken aussetzen

Um weniger auf russisches Gas angewiesen zu sein, plant die Bundesregierung mit einer längeren Laufzeit der Kohlekraftwerke.

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Die Kohlekraftwerke sollten länger in Sicherheitsbereitschaft gehalten werden. Quelle: dpa

Die Ampel-Koalition will den Gasverbrauch in der Stromerzeugung kurzfristig reduzieren und dazu die Stilllegung von Kohlekraftwerken aussetzen. Die Kohlekraftwerke sollten länger in Sicherheitsbereitschaft gehalten werden, teilten SPD, Grüne und FDP am Donnerstag als Ergebnis einer nächtlichen Sitzung des Koalitionsausschusses mit.

„In diesem Rahmen kann die Stilllegung von Kohlekraftwerken nach Überprüfung durch die Bundesnetzagentur bis auf weiteres ausgesetzt werden“, heißt es in dem Ergebnispapier. „Dabei halten wir am Ziel Kohleausstieg idealerweise bis 2030 fest.“

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine müsse gewährleistet sein, dass Kohlekraftwerke als Back-up zur Verfügung stünden, hieß es vor Kurzem auch aus dem in einem am Donnerstagnachmittag veröffentlichten Papier des Ministeriums.

Die Bundesregierung werde zudem eine breit angelegte Kampagne starten, die bei Bürgerinnen und Bürgern sowie bei der Wirtschaft für Energiesparen werbe. Maßnahmen wie etwa intelligente Thermostate und ein hydraulischer Abgleich älterer Heizungsanlagen sollten „durch Förderung und wo angezeigt und sinnvoll durch Vorgaben ermöglicht“ werden.

Im Neubau solle ab Anfang nächsten Jahres der Effizienzstandard 55 verbindlich festlegt werden. „Wir werden jetzt gesetzlich festschreiben, dass ab dem 1. Januar 2024 möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden soll.“

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