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Energiewende Heikle Zeit für Netze und Kraftwerke

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Furcht vorm Blackout

Arbeiter am Strommasten Quelle: dapd

Schon heute kommt es laufend zu Stromausfällen, die der Normalbürger nicht spürt. Manchmal flackert nicht einmal das Licht, wenn für Sekundenbruchteile der Saft wegbleibt. In der Industrie dagegen kommt schon mit einem in der Fachwelt sogenannten Wischer manche Produktion zum Stillstand, kommt mancher Rechner aus dem Takt. Der Verband der Industriellen Kraftwirtschaft, der für etwa 80 Prozent des Stromverbrauchs in der Industrie steht, sieht Millionenschäden durch solche Aussetzer. Dagegen wiegelte der scheidende Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, noch kurz vor Weihnachten ab, in diesem Winter sei kaum mit Problemen zu rechnen.

„Das Verteilen von Baldrianpillen durch die Politik ist fahrlässig“, warnt dagegen Unternehmensberater Mattis. „Wenn eine Gemeinde ein Feuerwehrhaus baut, ist das ja auch keine Panikmache.“ Der Umbau der Energieversorgung, der Ausbau von Netzen und Speichern komme zu langsam voran. Tennet-Chef Fuchs sieht zumindest etwas Grund für Optimismus: „Es gibt immer mehr Politiker, die den Mut haben zu sagen: Ja, wir wollen die Energiewende und dafür brauchen wir auch den Netzausbau.“ Zudem rüsteten die Betreiber ihre Anlagen auf, um das Netz noch besser zu stabilisieren. „Deshalb dürfte die Lage im nächsten Winter schon etwas besser sein als in diesem.“

Energie aus neuen Quellen
US-Rapper 50 Cent Quelle: dapd
Ergiebiges Schütteln Quelle: Pressebild
Spiel mit Hintersinn Quelle: Screenshot
Straßen-Kraftwerk: Quelle: Screenshot
Baum-Power Quelle: Screenshot
Ewige Tauchfahrt: Quelle: Pressebild
Wind-Tanke Quelle: Screenshot

Stromanbieter können die Lieferung kappen

Droht ein weiträumiger Blackout, könnten die Netzbetreiber ihre Großkunden nicht nur wie bisher bitten, die Produktion zu drosseln, sondern notfalls die Lieferung kappen. Doch das ist nur der allerletzte Ausweg, beruhigt Tennet-Chef Fuchs. „Bevor es zu Zwangsabschaltungen kommt, würde man an die Bevölkerung appellieren, in Spitzenzeiten weniger Strom zu verbrauchen, also nicht Wäsche zu waschen oder den Trockner anzuwerfen. Das hat es in der Nachkriegszeit ja auch gegeben.“

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    Wie sich mit der Sorge der Bürger vor einem Stromausfall sogar ein Geschäft machen lässt, zeigt der Energieriese Vattenfall. Jedem Berliner Haushaltskunden verspricht er 20 Euro, falls der Strom im Vattenfall-Verteilnetz länger als drei Stunden ausfällt. Ein großes Risiko ist das für den Anbieter nicht: Im Durchschnitt ist die Hauptstadt pro Jahr nur 13 Minuten saftlos.

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