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Energiewende Umstrittene Kosten für den Atomausstieg

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Bundestagspräsident Norbert Lammert mahnte bei der Kanzlerin ein Energiekonzept an, das auf einem breiten gesellschaftlichen Konsens basiert und auf 40 Jahre angelegt ist. Energiepolitik vertrage vierjährige Kurskorrekturen nur sehr schwer, sagte er der Wirtschaftswoche. Die Entscheidung zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke im vergangenen Jahr „war auch ein Fall von Hochmut“. Um diesen breiten gesellschaftlichen Konsens auszuloten, trifft sich an diesem Montag die von der Regierung eingesetzte Ethik-Kommission zu ihrer ersten Klausur. Es ist nicht zu erwarten, dass hier in erster Linie über Preisbildung nachgedacht wird. Doch auch hier sind Neupositionierungen zu beobachten. So waren die beiden großen Kirchen, zumindest was ihre Kirchenfürsten betrifft, bei der Laufzeitverlängerung nicht mit sonderlich kritischen Stimmen zu vernehmen. Nun aber scheinen sie erkannt zu haben, dass Atomstrom eigentlich Teufelszeug ist.

4 bis 5 Cent mehr je Kilowattstunde

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) befürwortet den Atomausstieg und hält ihn in einem Zeitraum bis 2020/2025 für machbar. Dies gibt ausreichend Zeit, um den Einstieg in eine umfassende Energiewende sozialverträglich zu gestalten und den Industriestandort Deutschland zu sichern. Der Bevölkerung dürfe aber nichts vorgemacht werden. Es gehe nicht nur um das Aufstellen von Windrädern und Solarzellen, sondern um die Optimierung des gesamten Energiesystems. Für den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien, der Stromnetze und moderner fossiler Kraftwerke rechnet die dena nach eigenen Schätzungen mit einer Erhöhung des Strompreises um 4 bis 5 Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh). Das würde die Stromkosten zum Beispiel für private Haushalte um rund 20 Prozent steigern.

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