Entwicklungshilfe „Stoppt die Ausnutzung afrikanischer Ressourcen“

Der Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat zum ersten Mal seinen Entwicklungsplan in Afrika vorgestellt. Sein „Marshallplan“ basiert auf Reformpartnerschaft, damit Deutschland helfe. Den Grünen fehlt die Substanz.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) unterhält sich mit Bauern bei Abeokuta, Nigeria. Er wirbt mit seinem „Marshallplan mit Afrika“ gegen die Korruption und für Bildung auf dem Kontinent. Quelle: dpa

Addis AbebaBundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat seinen „Marshallplan mit Afrika“ erstmals auf dem afrikanischen Kontinent vorgestellt. Nach einem Treffen mit Vertretern der Afrikanischen Union (AU) plädierte er am Dienstag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba für eine Ausbildungsoffensive und einen „Stopp der ausbeuterischen Nutzung der afrikanischen Ressourcen“. Die Grünen hatten Müller vorgeworfen, sein Plan sei ein „Alleingang ohne Substanz“.

Der historische Marshallplan war ein Aufbauprogramm der USA nach dem Zweiten Weltkrieg für Westeuropa. Der „Marshallplan mit Afrika“ der Bundesregierung setzt auf Reformpartnerschaften. Wer Korruption bekämpft, Steuersysteme aufbaut, in Bildung investiert und auf die Gleichberechtigung der Geschlechter setzt, kann mit mehr Unterstützung Deutschlands rechnen.

Im Gespräch mit dem stellvertretenden AU-Kommissionsvorsitzenden Kwesi Quartey gab sich Müller bescheiden. Er sagte: „Niemand ist so vermessen zu sagen: Ich weiß, wie es geht.“ Er hoffe aber, dass seine Ideen auch Eingang in die Verhandlungen zwischen der EU und den afrikanischen Staaten über eine Weiterentwicklung ihrer Beziehungen finden. Ohne Jobperspektiven für die Jugend würden sich demnächst nicht 150.000 Afrikaner mit Booten nach Italien aufmachen, „sondern vielleicht Millionen“.

Kwesi Quartey sagte, jetzt entscheide sich, ob die Jugend zum Aufschwung beitragen oder zum Opfer von Menschenschmuggler werde. Die Initiative sei auch eine Reaktion“ auf die Zunahme der illegalen Migration.

Müller hatte seinen „Marshallplan mit Afrika“ im vergangenen Januar präsentiert. Er sieht Unterstützung in den Bereichen Ausbildung, Handel und Investitionsförderung vor. Zusätzliche Finanzmittel sollen nicht eingesetzt werden. Profitieren sollen afrikanische Staaten, die als „Reformchampions“ gelten.

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