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Erbschaftsteuer Wer von der Reform profitiert und wer nicht

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Gauweiler streut Salz in die Wunden seiner Fraktionskollegen. Viele von ihnen sind kreuzunglücklich, dass die Erbschaftsteuer nicht ganz wegfällt. Der neue CSU-Chef Horst Seehofer setzte zwar Verbesserungen für Oma-ihr-klein-Häuschen-Erben durch. Doch „das ganze Ding liegt quer im Stall“, weiß der Präsident des Wirtschaftsrates der CDU, Kurt Lauk, um die Stimmung bei Unternehmern und Unionisten, und da helfe eben nur, „die ganze Scheune abzureißen“ – sprich: die Erbschaftsteuer abzuschaffen.

Dafür kämpft Armin Knauer aus dem baden-württembergischen Wendlingen seit Anbeginn. Als einer der letzten Textilhersteller im Lande besitzt Knauer große Immobilienbestände, die er teilweise an andere Unternehmen vermietet hat. Nach den Erbschaftsteuerplänen der Koalition käme seine Familie nicht in den Genuss der Steuerbefreiung, da die vermieteten Immobilien zum angeblich unproduktiven „Verwaltungsvermögen“ zählen – ein Begriff, ärgert sich Knauer, der seit Beginn der Industrialisierung zum ersten Mal verwendet werde.

Knauer bietet wie andere Unternehmer an, stattdessen lieber eine zusätzliche Einkommensteuer zu zahlen. Diesen Vorschlag hat auch die Stiftung Marktwirtschaft in Berlin unterbreitet. Dazu wären auch die unterzeichnenden Unternehmer der Baden-Badener Erklärung bereit. Doch die große Koalition hat sich hier festgefahren. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist entschlossen, die Erbschaftsteuerreform noch bis Jahresultimo durchzupauken.

Auf diese Wirklichkeit stellt sich Handwerksgeneralsekretär Hanns-Eberhard Schleyer ein. Auch wenn die Neuregelung kompliziert sei und womöglich vom Bundesverfassungsgericht kassiert werde, hält Schleyer diese für seine Klientel für erträglich. „Das Handwerk ist meist nicht betroffen“, konstatiert der Spitzenfunktionär.

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    Dafür sorgen die Freibeträge, die nach Berechnung seines Steuerexperten Matthias Lefarth dazu führen, dass Familienunternehmen mit einem Betriebsvermögen von bis zu 3,7 Millionen Euro steuerfrei auf den Ehegatten (bei Kindern bis zu 2,8 Millionen) übertragen werden können. Wer nachrechnen möchte, für den hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks einen Erbschaftsteuerrechner ins Internet gestellt. Damit kann jeder für sein künftiges Erbe die Steuerschuld errechnen. 

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