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Ermäßigter Satz Schwarz-Rot will weitere Mehrwertsteuer-Ausnahmen

Exklusiv

Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz kostet den Staat im Jahr 2013 fast 30 Milliarden Euro. In den kommenden Jahren dürfte die Summe noch größer werden. Die Große Koalition plant weitere Ausnahmen von der Mehrwertsteuer.

Beispiele für den Mehrwertsteuer-Irrsinn
Beispiel 1: Münzen, Kunstgegenstände und Antiquitäten werden nur mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent bedacht. Derzeit wird allerdings intensiv diskutiert, den Steuersatz anzuheben. Damit könnten Silbermünzen und Sammlermünzen bald mit 19 Prozent besteuert werden. Laut Berichten, etwa der Zeitung "Die Welt" und das Edelmetall-Handelshaus "pro aurum", steht eine Gesetzesänderung zum 1. Januar 2013 im Raum. Silberbarren werden bereits mit dem vollen Steuersatz belegt. Das Kuriose daran: Goldmünzen oder -barren, die die Voraussetzungen für Anlagegold erfüllen, sind vollständig von der Mehrwertsteuer befreit. Für andere Edelmetall wie Platin ist hingegen stets der volle Steuersatz fällig. Der Steuerdschungel bei Edelmetallen ist für den Laien kaum zu durchschauen. Quelle: dapd
Personen warten vor einer Pommesbude Quelle: dpa/dpaweb
Leute im Biergarten Quelle: dpa
Erstklässler in einer Mensa Quelle: dpa
Essen in einer Mensa Quelle: dapd
Mensaessen Quelle: dpa
Leute in einem Krankenhaus Quelle: dpa

Die umfangreichen Ermäßigungen vom normalen Satz der Mehrwertsteuer haben sich 2013 in Deutschland auf 28,8 Milliarden Euro addiert. Das berichtet WirtschaftsWoche online unter Berufung auf Antworten des Bundesfinanzministeriums auf schriftliche Fragen des Grünen-Bundestagsabgeordneten Thomas Gambke. Diese hohe Summe dürfte noch steigen, weil die große Koalition aus Union und SPD weitere Ausnahmen vom vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent anstrebt. Dabei hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bereits in der vorigen Regierung angekündigt, die Vielzahl an zum Teil völlig widersprüchlichen Ausnahmen mit einem Satz von nur sieben Prozent deutlich verringern zu wollen.

Kuriose Mehrwertsteuer-Ausnahmen
Hotels und Campingplätze
Blumen, Taxifahrten
Babywindeln voll besteuert
Zugfahrten
Kaffee
Milch, Leitungswasser, Äpfel
Mineralwasser und Getränke

Gambke: "Im Grunde sind sich alle einig, dass die verminderte Mehrwertsteuer so nicht vernünftig ist. Die große Koalition hätte die Möglichkeit und die Kraft, das zu ändern. Stattdessen soll es nun noch mehr Ausnahmen geben."

In Arbeit
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Aufbauend auf dem Koalitionsvertrag ist im Gespräch, auch für Hörbücher und E-Books den Satz zu senken. Allein die Hörbücher würden nach Angaben der Bundesregierung 35 Millionen Euro Einnahmeverluste bedeuten, bezogen auf die Verkäufe des Jahres 2013. Bereits die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte den Hoteliers eine Ausnahme bei der Mehrwertsteuer gewährt. Diese "Hoteliersteuer" hatte viel Kritik geerntet.

In Deutschland gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz etwa für Schnittblumen, Presseerzeugnisse, Hotelübernachtungen oder Außer-Haus-Umsätze der Gastronomie. Die Grünen halten den geringeren Satz nur für den öffentlichen Nahverkehr, für Nahrungsmittel und für Kultur gerechtfertigt.

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