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Erneuerbare Energien Deckelung der Ökostromumlage kostet den Bund knapp elf Milliarden Euro

Mit den Einnahmen aus der EEG-Umlage wird die Differenz zwischen dem an der Börse ermittelten Strompreis und den garantierten Zahlungen an die Ökostromproduzenten ausgeglichen. Wegen deutlich gesunkener Börsenpreise ist diese Lücke zuletzt erheblich größer geworden. Quelle: dpa

Dank eines milliardenschweren Zuschusses durch den Bund sinkt die Umlage zur Förderung des Ökostroms im kommenden Jahr. Die zu zahlende Abgabe liegt wie von der Regierung zugesagt 2021 bei 6,5 Cent je Kilowattstunde.

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Die Umlage zur Förderung des Ökostroms (EEG) sinkt im kommenden Jahr dank eines milliardenschweren Zuschusses durch den Bund - allerdings nur minimal. Die von den Stromkunden zu zahlende Abgabe liege wie von der Bundesregierung zugesagt 2021 bei 6,5 Cent je Kilowattstunde, teilten die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, 50Hertz, Tennet und TransnetBW am Donnerstag mit. Dies sei ein Rückgang um 3,9 Prozent.

Um die Deckelung zu erreichen, schieße der Bund 10,8 Milliarden Euro zu. Ohne diese Finanzspritze hätte die Umlage 9,651 Cent je Kilowattstunde betragen. Das wäre deutlich mehr als die derzeitigen 6,756 Cent.

Hauptgründe für den rein rechnerisch starken Anstieg der EEG-Umlage sind Effekte aus der Coronakrise. Die Netzbetreiber nannten einen Verfall der Börsenstrompreise sowie einen ebenfalls hauptsächlich durch die Pandemie verursachten Rückgang beim Stromletztverbrauch. Der vorläufige Nettostrombedarf in Deutschland liege in diesem Jahr laut aktuellem Gutachten um rund acht Prozent unter dem zuvor angenommenen Wert.



Mit den Einnahmen aus der EEG-Umlage wird die Differenz zwischen dem an der Börse ermittelten Strompreis und den garantierten Zahlungen an die Ökostromproduzenten ausgeglichen. Wegen deutlich gesunkener Börsenpreise ist diese Lücke zuletzt erheblich größer geworden.

Die Netzbetreiber gaben auch die Offshore-Netzumlage für das Jahr 2021 bekannt. Sie umfasst die Kosten für den Ausbau des Offshore-Netzes in Nord- und Ostsee sowie Entschädigungszahlungen an Anlagenbetreiber, die durch Störungen oder Verzögerungen anfallen. Die Offshore-Netzumlage 2021 sinkt demnach im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 0,395 Cent pro Kilowattstunde.

Die EEG-Umlage wurde zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne eingeführt. Sie macht ungefähr ein Viertel des Strompreises aus und finanziert die festen Vergütungen, die Ökostrom-Produzenten für die Einspeisung ihres Stroms bislang unabhängig vom Marktpreis bekommen.

Neben der EEG-Umlage sind auch Netzentgelte ein wichtiger Bestandteil des Strompreises. Wie stark diese steigen und was genau das für die Entwicklung der Strompreise insgesamt bedeutet, ist bisher aber noch unklar.

Mehr zum Thema: Der Markt für Ökostrom ist intransparent, viele Anbieter tricksen. Unser Ranking bringt den Durchblick.

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