
In die Debatte um die zukünftige Förderung der Erneuerbaren Energien kommt Bewegung. Nachdem Bundesumweltminister Peter Altmaier Anfang der Woche seinen Vorschlag unterbreitet hatte, die Einspeisevergütung für Strom aus Sonne, Wind und Co. kräftig zu stutzen, kommt nun der Wirtschaftsrat der CDU mit einer weiter gehenden Idee. Bislang sind die Erneuerbaren doppelt geschützt – sie müssen durch den Einspeisevorrang immer abgenommen werden und haben einen garantierten Preis, der teilweise noch deutlich über ihren Kosten liegt. Mit einem so genannten Marktintegrationsmodell sollen die Öko-Energien schrittweise immer weiter marktwirtschaftlichen Prozessen unterworfen werden. "Mehr denn je müssen wir die Energiewende in Deutschland mit geringstmöglichen volkswirtschaftlichen Kosten umsetzen", fordert Kurt Lauk, Präsident des Wirtschaftsrates. Das Ziel: Nicht die Erneuerbaren mit der höchsten Förderung sollen sich durchsetzen, sondern die sauberen Quellen mit den geringsten Kosten. "Es geht um die wettbewerbsfähigste und umweltfreundlichste Energieversorgung."





Kern des Modells ist, dass nicht mehr eine für jeden Energieträger unterschiedlich hohe, garantierte Vergütung gezahlt wird, sondern dass auch die Produktion aus Erneuerbaren auf Marktsignale - sprich: Preise - reagiert. Außerdem soll die Einspeisung stärker danach erfolgen, wie es das Netz und der Verbrauch erfordern. Denn heute bekommen die Erzeuger auch dann volles Geld, wenn die Kraft gar nicht gebraucht wird und der teuer erzeugte Ökostrom anschließend ins Ausland verschenkt werden muss, weil sich hierzulande kein Abnehmer findet. Zudem soll der Anspruch der Anlagenbesitzer entfallen, sich den Ausfall ersetzen zu lassen, wenn aus technischen Gründen der Strom nicht abgenommen werden kann. Dadurch müssten künftig die Investoren stärker darauf achten, wo sie die Solarzellen oder die Windräder aufstellen, ob dort also genügend Verbraucher sitzen oder zumindest ausreichend dimensionierte Leitungen anliegen, um ihren Strom abzutransportieren.