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EU-Austritt Großbritanniens Britische Handelskammer warnt vor Brexit-Chaos

Die Britische Handelskammer in Deutschland wirft Boris Johnson eine „chaotische Politik“ vor – und appelliert auch an die EU, nach einer Lösung im festgefahrenen Streit zu suchen.

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Am 31. Oktober will das Vereinigte Königreich die EU verlassen. Quelle: Reuters

Berlin Die Britische Handelskammer in Deutschland hat dem britischen Premierminister Boris Johnson eine „chaotische“ Politik vorgeworfen und eindringlich vor einem ungeregelten Brexit gewarnt. „Die Stimmung unter den Unternehmen ist äußerst schlecht, weil alle befürchten, dass Johnson einen harten Brexit durchzieht ohne Rücksicht auf Verluste“, sagte der Geschäftsführer der Britischen Handelskammer in Deutschland (BCCG), Andreas Meyer-Schwickerath, der Deutschen Presse-Agentur.

Der britische Premierminister kommt am Mittwoch in Berlin mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen. Meyer-Schwickerath sagte: „Johnson macht eine chaotische Politik.“ Der Premierminister habe nichts dafür getan, dass der Brexit leichter werde, ganz im Gegenteil. „Das wird nicht funktionieren.“ Die EU und Großbritannien müssten eine Lösung finden. „Ich bin nicht für substanzielle Nachverhandlungen des Abkommens. Aber beide Seiten haben sich sehr verhakt, und beide Seiten müssen irgendwie zu einem Kompromiss kommen.“

Meyer-Schwickerat betonte, ein Brexit-Deal mit Abkommen wäre aus seiner Sicht die beste Lösung. „Wenn ein No Deal kommt, dann ist die britische, aber auch die deutsche Industrie sehr betroffen. Wir haben das fünftgrößte Handelsvolumen weltweit mit Großbritannien, das bedeutet für Deutschland riesige potenzielle Verluste. Insofern wäre ein Brexit-Abkommen oder eben ein zweites Referendum in Großbritannien das Beste.“ Das britische Parlament werde gefordert sein, eine Lösung zu finden - oder es komme zu einer Neuwahl.

Das Wichtigste sei es nun, Besonnenheit zu bewahren. „Das kann die Bundeskanzlerin sehr gut, das hat sie oft bewiesen.“ Merkel müsse das Gewicht Deutschlands in die Waagschale legen, um ein besseres Ergebnis für Europa zu erzielen, so Meyer-Schwickerat. „Man sollte hinter verschlossenen Türen ausloten, was möglich ist und was nicht.“

Johnson stößt mit einer diplomatischen Offensive zur Änderung des Brexit-Vertrags in der EU auf Ablehnung. Johnson hat sich öffentlich verpflichtet, Großbritannien am 31. Oktober aus der EU herauszuführen – mit oder ohne Abkommen.

Mehr: Mit dem Ziel, den Brexit-Vertrag zu ändern, reist Boris Johnson am Mittwoch nach Berlin. Doch vor dem Brexit Ende Oktober wird sich nicht viel bewegen.

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