WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Euro-Krise Glücklich ohne Euro

Seite 2/2

Für deutsche Unternehmen ist der Wechselkurs des Euro bei ihren Ausfuhren bei Weitem nicht das entscheidende Erfolgskriterium, wie etliche Studien zeigen. Viermal stärker beeinflusst die Konjunktur im Empfängerland den Absatz. Das liegt an den deutschen industriellen Tugenden, die auch und gerade nach der tiefen Rezession Kunden in aller Welt begeistern: Präzision und Zuverlässigkeit, technische Raffinesse und Liefertreue. Die viel beschriebenen Weltmeister in kleinen Marktnischen, der Stolz des deutschen Mittelstandes, reüssieren gerade jetzt. Und waren nicht die Deutschen selbst in der sozialistischen Misswirtschafts-Gemeinschaft zumindest Ostblock-Meister?

Geringe Ansteckungsgefahr

Zu viel Angst ist also gar nicht nötig, zumal vergangene Woche der Vorstoß von Commerzbank-Vorstand Martin Blessing zeigte, dass auch bei den Geldinstituten die Sorge vor einem Schuldenschnitt für Griechenland gesunken ist. Die Branche hält die Ansteckungsgefahr für geringer als noch vor ein paar Wochen, weil Banken und Versicherungen die faulen Papiere inzwischen bei der EZB abgeworfen haben – also bei uns Steuerzahlern.

Die Politik kann und muss also mutig ausbrechen aus dem Warnungsgehege, in das Banken und EZB sie gepfercht haben. Ohne Zittern und Zagen klappt’s dann vielleicht auch mit einer überlegten und überlegenen Strategie zur Euro-Rettung. Wer nüchtern ökonomisch handelt, kann die Märkte eher überzeugen als jene, die sich manisch-panisch an die Gemeinschaftswährung klammern.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%