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Euro-Zone Duell um die Rettungshoheit in der Euro-Krise

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Unbegrenzt kaufen

Fakt ist: Die EZB und mit ihr die nationalen Notenbanken würden der Politik den Schwarzen Peter zuschieben, doch die spielt zurück. In der Krisensituation im Mai hatte Trichet Merkel den Ankauf von Staatsanleihen vorgeschlagen, um auf Nummer sicher zu gehen. Nun will er die Geister, die er rief, mit allen Mitteln loswerden. „Die heiße Kartoffel wird von einem zum anderen weitergereicht“, kritisiert EZB-Experte Michael Schubert von der Commerzbank. „Das Tauziehen darum, wer jetzt noch tiefer in die Tasche greifen muss, hat begonnen.“ Die Finanzmärkte sehen zerstrittene Politiker und Zentralbanker und gehen immer neue und höhere Wetten ein. Sie wollen volle Deckung durch den Staat – und damit risikolose Geschäfte für sich.

Ausweitung des Rettungsschirm

„Die EZB könnte auf einen Schlag für Ruhe sorgen, indem sie ankündigt, in unbegrenztem Umfang Staatsschulden zu kaufen“, verspricht DZ-Banker Meißner. Das könne sie freilich nur, wenn die Staaten sie von der Verpflichtung gleich wieder befreiten. „Europas Politiker müssen den Rettungsschirm unbegrenzt aufsetzen“, verlangt Meißner. „Bei jeder Summe, die genannt wird, setzen sich die Investoren hin und fangen an zu rechnen.“ Derzeit testeten die Märkte gerade den letzten Schritt: „Würde die EZB auch unbegrenzt Staatsanleihen kaufen? Beim Schach hieße es: Wir sind im Endspiel angelangt.“

Auch Frank Hagenstein wünscht sich eine Ausweitung des Rettungsschirms „auf rund 1000 Milliarden Euro, denn die Märkte geben den Peripheriestaaten derzeit gar nicht die Zeit, ihre Finanzen zu reparieren“, klagt der Geschäftsführer der Deka Investment. Das dauere Jahre – und erfordere mehr Rückendeckung. Mit einem größeren Rettungsschirm könnte sein Haus „auch wieder Anleihen aus den Peripheriestaaten aufstocken“.

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