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Eurorettung Deutschland verramscht sich

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Die Folgen für den Normalbürger

So wie im Fußball eine Rückrunde die Ergebnisse der Hinrunde auf den Kopf stellen kann, werden die Kosten der Eurorettung ihren Nutzen für Deutschland in den Schatten stellen. Der Euro war als Hartwährung konzipiert, vergleichbar mit der Deutschen Mark.

Doch kurz nach seiner Einführung machte das Wort vom „Teuro“ die Runde. Überall wurde großzügig bei der Umrechnung gerundet, so dass die gefühlte Inflation – und wahrscheinlich auch die tatsächliche - weit höher war als die Statistik glauben machen wollte. Das war der erste Streich.
Dann kamen die Schuldenexzesse der Südländer. Man glaubte, es sich leisten zu können dank niedriger Euro-Zinsen. Und – richtig - auch der deutsche Export hat von der schuldenfinanzierten Nachfrage anderer Euroländer profitiert. Aber nun rückt der Zahltag näher. Und es wird vermutlich nicht bei einem bleiben.

Die Krisenpolitik der Euro-Zone seit 2010

Bereits jetzt verzinsen sich Sparguthaben nicht mehr. Eine eigenverantwortlich betriebene Altersvorsorge – eine politische Forderung früherer Tage – wird obsolet. Als nächstes wird die Inflationierungsstrategie der EZB aufgehen und es werden nicht nur die Schulden der Schuldner sondern auch die Sparguthaben der Sparer real entwertet.

Der „Ramsch-Euro“ wird die Preise aller Importgüter stark steigen lassen und natürlich die Kosten für Reisen ins Ausland außerhalb der Eurozone. Schließlich sind die Deutschen nicht nur Exportweltmeister, sondern auch Reiseweltmeister. Schon jetzt ist die Inflation deutlich höher, rechnete man den mehr als halbierten Ölpreis einmal heraus. Was aber passierte, wenn der Ölpreis auf sein Ausgangsniveau zurückkehrt, sich also vom heutigen Preisniveau wieder mehr als verdoppelte?

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Eine Währung, deren Wert international erodiert, wertet sämtliche Vermögensgegenstände einer Volkswirtschaft massiv ab - ihren Immobilienbestand, ihre Infrastruktur und ihre Unternehmen. Ausländische Investoren mit härterer Währung werden sich zu Spottpreisen die Filetstücke der deutschen Wirtschaft einverleiben und dort „Heuschreckenunheil“ anrichten können - mit schlimmen Folgen.

Doch ist die Verzweiflung über den Vermögens- und Einkommensschwund erst einmal groß genug, dann beginnen Kreti und Pleti in Aktien zu investieren – wahrscheinlich kurz vor dem Platzen der Börsenblase. Die Banken dürften zu diesem Zeitpunkt bereits Kasse gemacht haben. Dann kommt die Zeit, Schlussbilanz zu ziehen für das Projekt Euro.

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