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Ex-FDP-Spitzenpolitiker Papke sieht Jamaika-Aus als Lindners Versagen

Gerhard Papke, Ex-Chef der FDP-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, lastet das Scheitern der Jamaika-Sondierungen Parteichef Lindner an. Nicht zum ersten Mal äußert Papke deutliche Kritik an seinem Nachfolger.

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Aus seiner langjährigen Zusammenarbeit und früheren Freundschaft mit Lindner wisse er, dass dieser sich in unübersichtlichen Situationen, die er persönlich nicht kontrollieren könne, lieber zurückziehe und abwarte, sagte Papke. Quelle: dpa

Düsseldorf Das Scheitern der Jamaika-Gespräche ist aus Sicht des Ex-Chefs der FDP-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, Gerhard Papke, maßgeblich Christian Lindner anzulasten. Der junge Bundesparteichef scheue Risiken, sagte Papke der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Lindner hatte Papke 2012 im Amt des Fraktionschefs beerbt. Papke war anschließend bis zur Landtagswahl im Mai 2017 Vizepräsident des nordrhein-westfälischen Landtages.

Aus seiner langjährigen Zusammenarbeit und früheren Freundschaft mit Lindner wisse er, dass dieser sich in unübersichtlichen Situationen, die er persönlich nicht kontrollieren könne, lieber zurückziehe und abwarte, sagte Papke. „Er weiß natürlich, dass das in Regierungsverantwortung nicht funktioniert - schon gar nicht in einer überaus herausfordernden Koalition mit Union und Grünen“, fügte er an. „Deshalb wollte Lindner eine Regierungsbeteiligung der FDP eigentlich gerne vermeiden.“ Dennoch habe die FDP in Berlin ernsthaft verhandelt. „Aber Lindner nahm den Ausgang, als die Lage zu ungewiss wurde“, meinte Papke. Dieses Verhalten sei nur unerklärlich, „wenn man nicht erkennt, wie Christian Lindner tickt“. Papke hatte bereits in seinem nach der Landtagswahl veröffentlichten Buch „Noch eine Chance für die FDP?“ mit Lindners Kurs abgerechnet und ihm „systematische Risikominimierung“ vorgeworfen.

An diesem Samstag wird Lindner bei einem Parteitag der NRW-FDP in Neuss nach fünf Jahren den Vorsitz im größten FDP-Landesverband niederlegen. In der Aussprache der rund 400 Delegierten wird auch eine Debatte über das Jamaika-Aus erwartet.

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