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Fachkräfte Bayerns Jagd auf Spezialisten

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Arbeitslosenquoten in Bayern (September 2011; in Prozent) Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Zumindest in Spanien sind die Deutschen schon erfolgreich unterwegs, berichtet der Rosenheimer Unternehmer Kathrein: "Dort sind alle Deutschkurse ausgebucht." In den Nachbarländern Tschechien und Österreich lässt die bayrische Metall- und Elektroindustrie einen M+E-Info-Truck rollen, um Azubis anzulocken.

Eine echte Willkommenskultur will der liberale Wirtschaftsminister in Bayern schaffen und gönnt sich einen Seitenhieb auf den großen Koalitionspartner CSU mit ihrem Ministerpräsidenten Horst Seehofer an der Spitze, der sich mit Zuwanderung noch schwertut. Doch "Stammtischparolen von vorgestern", so Zeil, würden bei der Lösung des Arbeitskräfteproblems nicht weiterhelfen. So drängt die FDP auf eine Senkung der Mindesteinkommensschwelle von 66 000 Euro auf 40 000 Euro Jahreseinkommen. Ausländische Studenten sollen zudem Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse leichter bekommen.

Neues Lebensgefühl

Aber nicht nur im Ausland, auch im Inland gehen die Bayern auf die Pirsch. Nördlich des Weißwurst-Äquators bedienen sie sich schon seit Längerem. In den vergangenen beiden Jahrzehnten wuchs der Freistaat um meist deutschstämmige 1,3 Millionen Bürger, was der Einwohnerzahl Münchens entspricht. Nun baut das bayrische Wirtschaftsministerium ein Online-Fachkräfteportal auf, um jüngere Spezialisten noch gezielter anzuwerben.

Um wie viel dringender die Suche noch wird, zeigt eine neue Studie des Forschungsinstituts Prognos zur "Arbeitslandschaft 2030", die die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) in Auftrag gegeben hat. Danach fehlen bereits in vier Jahren über 500 000 Arbeitskräfte allein im Freistaat, in ganz Deutschland sollen es fast drei Millionen sein. Bis 2030 soll sich die Lücke auf 1,1 Millionen in Bayern und 5,2 Millionen auf Bundesebene vergrößern – wenn sich nichts ändert.

Tut sich nichts, würden "ganze Wertschöpfungsketten abwandern", warnt VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Auch Arbeitsagentur-Chef Holtzwart warnt vor "nachhaltig negativen Folgen für die Wirtschaft" und definiert Zuwanderung als wichtiges Betätigungsfeld – ein neues Lebensgefühl für seine Behörde.

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