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Fahrdienst in London Uber bemüht sich um langfristige Lizenz

Uber hat es in London nicht einfach. Bisher gab es nur eine vorläufige Lizenz. Ob eine langfristige Lizenz gewährt wird, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. Quelle: REUTERS

Uber bekommt in London nur eine Lizenz für weitere zwei Monate. Dem Unternehmen gelingt es nur langsam, die Londoner Verkehrsbehörde von seinem Anspruch auf eine langfristige Lizenz zu überzeugen. Die Aktie fällt.

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Die zuständige Behörde - Transport for London (TfL) – hatte sich in der Vergangenheit geweigert, eine Lizenz zur Passagierbeförderung auszustellen. In einem Statement von Dienstag merkt die TfL nun an, dass die Firma ihre Unternehmenskultur und Führung verbessert hätte und sich deshalb im November um eine Lizenz bemühen kann. Diese könnte unter Umständen längerfristig ausgestellt werden.

Bis dahin muss Uber beweisen, dass ihre Fahrer ausreichende und passende Versicherungen und Ausbildungen haben und das Kontrollmechanismen bestehen, die Betrug verhindern. 2018 hatte Uber bereits eine vorläufige Lizenz erhalten, die 18 Monate galt. Allerdings hatte Uber damals eine Lizenz für fünf Jahre angestrebt.

Jamie Haywood, Regionalmanager für Nord- und Osteuropa merkte in einem E-Mail Statement an, dass „die Anerkennung der verbesserten Firmenkultur und Führung den Fortschritt zeigen, den wir in London gemacht haben.“ Der Plan ist: „weiterhin eng mit der TfL zusammenzuarbeiten“ und alle geforderten Informationen zu erbringen.

Anleger zeigten sich von der nur zweimonatigen Lizenzverlängerung enttäuscht: Das Uber-Papier verlor zeitweise rund fünf Prozent. Zwar hatte es im Vorfeld der Entscheidung Befürchtungen gegeben, die Lizenz könne ganz verweigert werden, offenbar hatten sich die meisten Anleger aber mehr als nur zwei Monate erhofft. Nun bleibt hinter dem Uber-Geschäftsmodell für London ein Fragezeichen.

Das Unternehmen aus San Francisco mischte 2012 den Londoner Markt auf, der traditionell von den sogenannten Black Cabs in London dominiert war. Das führte zu Protesten und Forderungen nach Regulierungen in den darauffolgenden Jahren. Auch in anderen europäischen Ländern gab es Proteste.

2017 befand die TfL dass Uber kein passender, vernünftiger Dienst sei. Vor allem wegen Sicherheits- und Führungsbedenken. Uber ging dagegen vor und bekam eine vorläufige Lizenz während die Behörde über eine volle Lizenz entscheiden sollte.

Seitdem hat Uber einige Veränderungen vorgenommen. Travis Kalanick, Mitbegründer, gab seinen Posten als Vorstandschef auf. Sein Nachfolger Dara Khosrowshahi schlug versöhnlichere Töne mit der Londoner Verkehrsbehörde an. Nach dem Verlust der Lizenz 2017 schrieb er sogar einen offenen Brief, in dem er sich für die Fehler entschuldigte, die Uber gemacht hat.

Khosrowshahi schrieb: „Obwohl Uber die Beförderung von Menschen innerhalb von Städten weltweit revolutioniert hat, ist es genauso wahr, dass auf dem Weg Fehler gemacht wurden.“

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