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FDP Die Angst vor dem Mitregieren

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Die FDP will dem Vulgärliberalismus abschwören

3. Mit welcher politischen Strategie strebt die FDP zurück in den Bundestag?

Die Planspiele im Thomas-Dehler-Haus sind bestechend einfach: Die FDP ist zurück in den Medien ... Die Journalisten sind der großen Koalition müde ... Viele Deutsche glauben wieder, dass es eine liberale Kraft im Bundestag braucht ... – und das alles übersetzt sich in Erfolge bei den kommenden Landtagswahlen in Berlin, im Saarland und in Schleswig-Holstein.

Aktuelle Umfragen zeigen: So kann es gehen. Der choreografische Höhepunkt der Erfolgsserie wäre dann die Landtagswahl im Mai 2017 in Nordrhein-Westfalen; eine Art Krönung des Spitzenkandidaten Christian Lindner, der als FDP-Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag seine Bühne hat und auf ein zweistelliges Ergebnis spekuliert: „Wenn die FDP unter meiner Führung ein starkes Ergebnis erhält“, so sagt er es selbst, „ist das ein Signal für die ganze Bundesrepublik.“

Landtagswahlergebnisse der FDP seit 2013

Lindner will die FDP zunächst in NRW zum Erfolg führen und anschließend im Bund als Spitzenkandidat antreten, so viel steht fest. Er glaubt an seine landespolitische Zugkraft – und hat seine bundespolitische Zukunft klar im Blick.

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    Das ist kühn, aber auch dringend nötig, denn Parteistratege Buschmann glaubt, dass die FDP nur reüssieren kann, wenn sie Haltung zeigt. Auch inhaltlich. Die Partei will keinen „Vulgärliberalismus“ repräsentieren, nicht wider den Staat und die Grünen polemisieren, sondern als optimistische Kraft wahrgenommen werden – als Partei, die den Menschen was zutraut. Lindner spricht von einer „Can-do-Mentalität“, einem „Update“ für Deutschland, einer „inhaltlichen Aktualisierung“ der FDP.

    Der kuriose Wahlkampf der FDP Bremen
    Der Wahlkampf der FDP Bremen ist voll auf die Spitzenkandidatin Lencke Steiner zugeschnitten. (Foto: FDP Bremen)
    Sie soll "eine neue Generation Bremen" verkörpern. (Foto: FDP Bremen)
    #dasdingrocken - ist ein gerne genutzter Hashtag der Bremer FDP. Wie frech die Kampagne konzipiert ist, soll offenbar die pinke Zunge unterstreichen. (Foto: FDP Bremen)
    Die Wahlkampagne erinnert stark an die Wahl in Hamburg im Februar. (Foto: FDP Bremen)
    Hier hatte sich Spitzenkandidatin Katja Suding mit provokanten Plakaten ins Gespräch gebracht. (Foto: dpa)
    Im Februar posierten die Bremer FDP-Spitzenkandidatin Lencke Steiner (l-r), Hamburgs FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding und die FDP-Generalsekretärin Nicola Beer für die Zeitschrift "Gala" - in Anlehnung an die Hollywood-Heldinnen "Drei Engel für Charlie". Nur ging es hier nicht um Charlie, sondern um Christian ... (Foto: dpa)
    Gemeint ist Parteichef Christian Lindner. Doch wie viel Klamauk ist erlaubt? "Mit inhaltsleeren Kampagnen ließen sich keine Wähler gewinnen. 99% der Wähler der Freien Demokraten in Hamburg haben gesagt, ihnen fehle ohne die FDP eine starke marktwirtschaftliche Stimme. Deshalb sind wir zwar kreativer als andere, aber bei uns werden Köpfe nur zusammen mit den Themen Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur plakatiert", sagte Linder der WirtschaftsWoche. (Foto: FDP Bremen)

    Die Partei habe jetzt wieder ein „konsequenteres Verständnis von Marktwirtschaft“ – und ist damit anschlussfähig für alle Koalitionen. So wollen die Liberalen beispielsweise staatliche Bankenrettungen verbieten – eine Position, die in allen Parteien Anhänger findet.

    Gleichwohl, einer Ampelkoalition im Bund erteilt der FDP-Chef vorerst eine klare Absage: „Es gibt so gut wie keine inhaltlichen Schnittmengen.“ Lindner und Toni Hofreiter, der Chef der Grünen-Fraktion, gemeinsam in einer Regierung? Nein, sagt Lindner, „daraus könnte nichts werden“.

    So gerne er im Moment auch über das Straucheln spricht – ins Scheitern verliebt sei er nicht.

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