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FDP Philipp Rösler soll die Regierung heilen

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Auch den 65-jährigen Brüderle musste Rösler erst zum Verzicht drängen. Ihm hat es nichts genutzt, dass er seit dem Amtsantritt mehr für das Profil der FDP geliefert hat als die Kollegen und der Generalsekretär. Seine Standhaftigkeit gegen Merkel in der Frage der Opel-Subventionen – allerdings hier mit klarer Rückendeckung von Westerwelle –, sein Eintreten für den Mittelstand, seine Umtriebigkeit bei Auto-, Energie-, Biosprit- und sonstigen Gipfeln brachte Punkte. Von den Jungen hat sich bislang niemand mit harter Wirtschafts- und klarer Ordnungspolitik hervorgetan.

Offene Feldschlacht

Für Brüderle ist es tragisch, sein lang erträumtes Amt nach nur eineinhalb Jahren aufgeben zu müssen. Zwar traute sich der Parteiprofi zu, in offener Feldschlacht auf dem Parteitag sein Amt als Vize gegen den jungen NRW-Chef Bahr zu verteidigen – schließlich geht inzwischen vielen der Durchmarsch der Jugendbrigade zu weit. Auch erwog er, den Parteiposten erst kurz vor der Abstimmung zu opfern, um das Regierungsamt zu retten. Je länger nämlich der Vizevorsitzende kämpfte, desto weniger geriet der Minister ins Visier.

Fahrer und Gehalt

Am vorvergangenen Wochenende aber erhöhte der Rösler-Trupp den Druck. Brüderles Name wurde als möglicher Fraktionschef gestreut. In seinen Telefonaten brachte Rösler ihn mit vier Argumenten zum Einlenken:

Der Fraktionsvorsitz verspreche Macht in der FDP und über den Koalitionsausschuss Einfluss auf die Regierung, er ist nicht in die Kabinettsdisziplin eingebunden, die Ausstattung mit Fahrer und Gehalt entspricht der eines Ministers,und schließlich müsse Rösler ihm früher oder später doch das populärere Regierungsamt entreißen – dann allerdings ohne machtpolitische Kompensation. 

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