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FDP-Vorsitz Philipp Rösler will kein Frosch sein

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Babys in einem Kindergarten Quelle: dpa

„Wir werden dann wieder Erfolg haben , wenn wir uns mit unseren liberalen Antworten auf die Lebenswirklichkeit und Alltagssorgen konzentrieren, die Sorgen der ganz normalen Menschen.“ Ihm gehe es um die „ganz normale Mitte“, um die allein erziehende Mutter, Familien mit Kindern, Alte. Die Öffnungszeiten von Kindertagesstätten böten nicht genug Flexibilität, Deutschland brauche mehr Vielfalt der Angebote in Kinderbetreuung und Pflege. Mit Verweis auf die eigene Situation daheim – seine Schwiegermutter hütet die Enkel, pflegt die eigene Mutter und ist noch vollzeitberufstätig – legt er ein plastisch Erlebnis zur Bedeutung der Familien ab, das sein Vorgänger so nicht vortragen konnte.

Datenschutz statt Partei-Streit

Zum Alltag der Menschen gehöre auch die Bedrohung ihrer Daten – nicht mehr wie früher durch den Staat, sondern vor allem durch international tätige Konzerne, von der Standort-Registrierung bei Apple über den Datenskandal bei Sony bis zu Facebook. Zum Rösler-Stil gehört auch der pflegliche Umgang in der Politik. „Bürgerliche Regierung heißt auch bürgerliche Tugenden und bürgerliche Umgangsformen“, mahnt der promovierte Mediziner. „Wir sind nicht gewählt, um uns in der Öffentlichkeit schön zu streiten, sondern um die Probleme der Menschen zu lösen.“

Warten heißt nicht abwarten

Vor allem müssten die Freidemokraten nun „dafür sorgen, dass der Aufschwung bei den Menschen endlich ankommt“. Zwar sei es richtig, die Steuermehreinnahmen erstmal in die Haushaltskonsolidierung zu stecken. Nach der Bundestagswahl, als durch die Krise die Staatseinnahmen wegbrachen, hätte die FDP zu lange auf ihren alten Entlastungsforderungen beharrt. „Die Menschen hatten den Eindruck, die FDP hat es einfach nicht erkannt oder sie hat es nicht zugeben wollen.“

Nun allerdings gelte auch umgekehrt, dass neu auftretende Spielräume nicht verschlafen dürfe. Die „lieben Freunde von der Union“ sollten dies jetzt erkennen, Finanzminister Schäuble dürfe nicht bei jedem Lichtblick gleich auf die Bremse treten. „Die Entlastung der Menschen ist ein gemeinsames Versprechen der bürgerlichen Regierung.“ Die FDP warte nun auf Vorschläge ihres Koalitionspartners. Aber bis zum Sanktnimmerleinstag will sich der neue Vorsitzende der Liberalen nicht vertrösten lassen. Seine Botschaft, wie immer nett und schmunzelnd verpackt, ist klar: „Warten heißt nicht, dass wir einfach nur abwarten. Denken Sie an den Frosch.“

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